Auf den letzten Meter: flüssiger Bernstein

P1080395Eigentlich ist es schon ein bisschen spät, um Tannenspitzenhonig zu kochen … Die beste Sammelzeit ist nämlich der Mai. Trotzdem bin ich gestern losgegangen und hab mal geschaut, ob ich noch geeignete Triebe finde … und war dann ganz zufrieden mit der Beute. Im nächsten Jahr bin ich dann halt wieder schneller.

Tannenspitzenhonig (eigentlich ein Sirup) ist eine wunderbare Sache: er schmeckt lecker auf  Brötchen, ist eher kräftig im Geschmack und verträgt sich auch mit dunkleren Brotsorten, gibt Tees eine würzig-karamellige Note und ist auch noch gesund und als Hustensaft zu verwenden, wegen seiner schleimlösenden Eigenschaften. Die Inhaltsstoffe in den frühen Maispitzen sind da besonders hoch.

Zutaten:

Tannenspitzen nach Belieben (es dürfen auch Fichtenspitzen sein … nur Finger weg von Eiben!)
Wasser nach Bedarf
Rohrohrzucker und/oder Kristallzucker nach ermitteltem Bedarf
Zitrone nach Geschmack

Wie’s gemacht wird:

Tannenspitzen sammeln, evtl. abspülen, falls viel Blütenstaub an ihnen sitzen sollte.

Die Spitzen verlesen und in einen Topf geben. Mit kaltem Wasser übergießen (etwas 2 cm sollten über den Spitzen stehen) und evtl. mit einem Teller beschweren, damit die Spitzen nicht aufschwimmen. Das Ganze über Nacht an einem nicht zu warmen Ort stehen lassen.

Am nächsten Tag die Spitzen im Wasser ungefähr eine halbe Stunde aufkochen/sieden lassen. Danach den Sud mit den Spitzen wieder einen halben Tag ruhen lassen.

Nun den Sud durch ein Leintuch abseihen, damit die Schwebebestandteile zurückgehalten werden.

Den Sud noch einmal aufkochen und etwa um ein Viertel reduzieren (wer es nicht so kräfig mag, kann auf das Reduzieren auch verzichten). Das Ganze sieht dann erst einmal wenig attraktiv aus:

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Nun den Zucker im Verhältnis 1:1 (Flüssigkeit zu Festbestandteile) unterrühren. Den Sud aufkochen und dann auf kleiner Flamme sieden lassen. Je nach zubereiteter Menge kann das schon etwa länger dauern. Man sollte sich für die nächsten Stunden jedenfalls nicht vornehmen, aus dem Haus zu gehen. Fertig ist der Sirup dann, wenn er eine schöne bernsteinfarbene Färbung angenommen hat und bei der Gelierprobe gefällig zäh fließt. Schließlich soll es ja möglich sein, unfallfrei ein Brot mit ihm zu genießen.

Je länger man den Sirup kocht, desto intensiver, dunkler und karamelliger wird er in der Note. Probiert einfach zwischendurch immer mal.

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Ein Kommentar zu “Auf den letzten Meter: flüssiger Bernstein

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