Wenn ich vom Leben Hühnersuppe will

Moinsen zusammen!

Manchmal passiert es mir, dass ich denke, dass ich alles … wirklich ALLES tue, damit es meinem Gegenüber gut geht. Ich strampele und strampele und kann es ihm trotzdem nicht recht machen. Kennt Ihr das auch?

Eben kam mir eine Küchen-Erleuchtung, die ich gerne mit Euch teilen möchte:

Ich koche ja nicht nur gerne, sondern decke auch in anderer Weise gerne Menschen den Tisch. Und da steh ich einfach auf Buffet: Lauter unterschiedliche Dinge sind im Angebot. Jeder darf alles probieren, muss aber nicht. Und nicht jedem muss alles schmecken. Was nicht passt, lässt jeder beiseite. Ganz easy.

Aber da gibt es dann immer diesen einen, der auf mein Buffet starrt und unzufrieden guckt. Er nippt vielleicht mal hier und da, aber es ist ihm deutlich anzusehen, dass er nicht findet, was er sucht und ihm nix so recht munden will. Und warum? – Weil er auf meinem Buffet die Hühnersuppe seiner Mutter erwartet.

Tja. Wenn er nicht das Glück hat, mein Sohn zu sein, wird er wohl vergeblich erwarten. Die hab ich nicht im Angebot.

Wenn ich den Gedanken zu Ende denke, komme ich zum Schluß, dass auch ich manchmal am Buffet anderer Leute stehe und mir Hühnersuppe wünsche. Und dann bin ich enttäuscht, wenn sie nicht in der Art und Weise zu finden ist, wie ich sie brauche. Aber … watt nu? Meine Enttäuschung weiter pflegen, oder gibt es etwas was ICH tun kann, damit ich wieder in die Freude komme?

Ja. Kann ich.

Nur ich allein weiß, was die Hühnersuppe für mich bedeutet und wie sie schmecken muss. Und wenn ich meine Mutter nicht darum bitten kann, sie mir zu kochen, dann kann ich sie mir immer noch selber zubereiten. Vielleicht bekomme ich sie nicht gleich beim ersten Mal so hin … aber ich bin mir sicher, dass ich alles, was ich wissen muss, um sie für MICH nahrhaft zu machen, in mir trage. Ich brauche vielleicht bloß ein bisschen Übung. Und Mut.

—snip—

Und solltet Ihr tatsächlich ‚da draußen‘ jemandem begegnen, der EURE Hühnersuppe im Angebot habt … vergesst bloß nicht, den Löffel rauszuhalten!

Ich wünsche Euch einen wundervollen und lebendigen Tag!

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Dattelcreme 2.0

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Wie das beim Kochen bei mir manchmal so ist: Ich denke, ich hab alles voll im Griff und könnte quasi mit Augen-zu loslegen … und plötzlich dreht sich die Welt und alles ist anders *lach*

Heute drehte sie sich, als ich dabei war die Dattelcreme zu fertigen. Ich dachte: Warum soll ich mich denn damit aufhalten, erst die Datteln und Kokoschips zu zerkleinern und dann die Kokosmilch hinzuzufügen? Das geht doch bestimmt auch schneller! – *schwupps* … alles zusammen in den Zerkleinerer … und … tja, Grand malheur de caque! Die Pampe war 1. viel zu hell und 2. zu flüssig und 3. blieben die Stückchen zu groß. Mist.

Aber wozu bin ich denn einen Meisterin darin, aus fast jeder Not eine Tugend zu machen?

Da ja der Herbst schwer seine Fühler ausstreckt, kann ein wenig mehr Masse nicht schaden 😉 . Also habe ich zwei Teelöffel Kakao zu gefügt, sowie jeweils einen Viertellöffel Arabisches Kaffeegewürz und Zimt. Jetzt ist es angenehm schokoladig und würzig und die Konsistenz und Farbe sind auch wieder stimmig.

Guten Appetit!

Statt Blumen

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Neulich wurde ein Freund von mir 40. Kann schon mal passieren 😉

Da wir einige Tage vorher auch einen Geburtstag feierten kam das Gespräch irgendwie auf Rosen … und wer sie wann wem in welchem Maße schenken kann/darf/müsste. Das schien mir eine ziemlich komplizierte Angelegenheit zu sein. Da der Mann, der Geburtstag hatte, nicht MEIN Mann war, wären Rosen aus meiner Hand eigentlich ein No-Go gewesen. Andererseits wollte ich ihm welche schenken, da ich weiß, dass er eine romantische Ader hat. Wie also meinen und seinen Bedürfnissen gerecht werden, ohne dass jemand beschämt ist oder es ‚ungebührlich‘ findet?

Kein Ding, wenn man Blätterteig und Äpfel im Hause hat 🙂

Rezept hab ich ausnahmsweise mal geklaut. Bei Vanillakitchen. Die hat es aber auch schon geklaut … also: macht nix. Gute Sachen wandern eben von Teller zu Teller.

Das Rezept könnt Ihr ja bei ihr nachlesen. Ich will nur noch meinen Senf dazugeben: Ich habe darauf geachtet, dass die Äpfel nicht nur aromatisch sind, sondern auch eine schöne rote Farbe haben. Ich finde, so kommt das Rosenartige wunderbar zur Geltung. Den Puderzucker, den Vanillakitchen aufgestäubt hat, habe ich weggelassen. Das hätte die Färbung ja nur zugedeckt (und süß genug finde ich die Dinger ohnehin). Dafür habe ich zum Abschluss die fertigen Teilchen noch mit Rosenwasser besprüht. Die Nase isst ja schließlich auch mit!

So … zum Abschluss noch mal ein Bild vom Geburtstagstisch (die im Restaurant haben ganz schön irritiert geguckt als ich mit meinen Blechen da aufgelaufen bin):

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Ich wünsche Euch einen schönen Wochenanfang!