Kritzeln für die Seele – eine Herausforderung

Während der gesamten Gymnasialschulzeit habe ich eigentlich permanent gekritzelt. Muster, Tiere, verschiedene Schrifttypen… Ich habe mehr gekritzelt, als Dinge aus dem Unterricht aufgeschrieben. Und wenn ich mir meine Zeugnisse anschaue, bin ich damit ziemlich gut gefahren. Kritzeln hat mir geholfen, mich besser konzentrieren zu können. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: „Es hat mich gekritzelt. Ich musste gar nichts dafür tun.“ Ein wunderbarer Fast-Automatismus, der mich beruhigte und aufnahmefähiger machte für den oft nicht so arg spannenden Unterricht.

Irgendwann habe ich dann aufgehört zu kritzeln. Mir gingen Gedanken durch den Kopf wie: Kritzeln ist nicht mehr angemessen… Du bist jetzt erwachsen!

Nachdem ich lange genug nicht gekritzelt hatte, und ich es begann zu vermissen, habe ich mir ein neues Totschlagsargument ausgedacht: Wenn schon kritzeln, dann ERWACHSEN kritzeln! Es muss etwas VERNÜNFTIGES dabei herauskommen! – Das habe ich gut hinbekommen: mit der Perfektionismusfalle kriege ich mich auf alle Fälle. Denn wenn ich nicht sicher bin, etwas perfekt zu können, aber den Anspruch an das perfekte Ergebnis habe… lasse ich es gleich anzufangen.

Also habe ich jetzt gute 30 Jahre nicht gekritzelt. Schade eigentlich.

Ich würde das gerne ändern. Mir meine Kritzelerlaubnis zurückholen. Weil das offensichtlich nicht so einfach ist, weil ich es sonst schon viel früher gemacht hätte, stelle ich mir eine persönliche Aufgabe: 30 Tage lang werde ich irgendetwas in ein Büchlein kritzeln. Um wieder in Übung zu kommen, werde ich mir erst einmal Inspirationen holen. Heute z. B. kritzele ich eine Art Mandala, das ich auf einem Hand-Henna-Tattoo gefunden habe. – Ich mache mir die Hürden niedriger und erlaube mir IRGENDETWAS zu kritzeln. Kann sein, es werden viele Mandalas. Kann sein, schon morgen wird es etwas anderes. Heute ist es Schwarz-Weiß-Gekritzel, übermorgen kann sich das erledigt haben und ich habe Lust auf Farbe. Alles ist erlaubt.

Noch eine Vorgabe mache ich mir: die Ergebnisse hier festzuhalten.

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Hat jemand von Euch Lust mitzukritzeln? Ich würde mich freuen 😉

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Ein Kommentar zu “Kritzeln für die Seele – eine Herausforderung

  1. ich hatte auch so eine phase und ich kann das mit der konzentration nur bestätigen. wenn man kritzelbedürfnis hat, sollte man dem unbedingt nachgeben, egal, was dabei rauskommt. und dein ergebnis finde ich sehr schön!

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