Happy Birthday Querfühler!

Da ahnt frau nix, als sie den morgendlichen Blogbesuch absolviert und findet Glückwünsche zu ihrem ersten Bloggeburtstag angezeigt! Das ist ja ein Ding! Wirklich? Ist das jetzt ein Jahr her? Möchte ich Rückschau halten… mir noch einmal vor Augen führen, was in diesem Jahr bloggenderweise so passiert ist?

Hm. Mal überlegen.

Gibt es etwas, was ich zu diesem Ereignis teilen möchte… was überhaupt teilenswert wäre? Bis mir die Antwort einfällt, erst einmal feiern…

 

Vielleicht ein bisschen Statistisches zu Beginn: 120 Beiträge, 245 Kommentare, 4791 Aufrufe, 54 Follower. – Aha. Dann wissen wir dás. Aber was sagt das schon? Sind mir Zahlen eine Motivation zu schreiben? Indirekt vielleicht schon. Es gibt ja einen Grund, warum ich mich vor einem Jahr entschieden habe, Blog zu schreiben und nicht Tagebuch… Ich wollte, was in meinem Kopf ist, mit anderen teilen. Mit möglichst vielen Menschen. Wenn ich mir den letzten Satz so begucke… dann denke ich: Da ist noch eine ganze Menge Luft nach oben 😉

Wenn ich so weiter auf die Statistiken blicke, fällt natürlich sofort ins Auge, dass ich zwei Monate lang voller Enthusiasmus gestartet bin mit 26 und 31 Beiträgen. Ich hatte Flow. Das hat sich super angefühlt. Und dann kam der August und mit ihm bin ich eingebrochen… was aber auch kein Wunder war: Ich habe meinem Job, den ich freiberuflich ausgeübt habe, hingeschmissen. So schmerzhaft es war, ich war in dem Team, in dem ich gearbeitet habe, total ausgebrannt. Die Blogschreiberei hatte mir noch zwei Monate lang eine glücklichmachende Alternative gegeben… aber im August ging kein Weg mehr daran vorbei, ich musste gehen. – Und dann ging erst einmal gar nichts mehr. Ich hatte ganz viel Zeit und konnt mit ihr rein gar nix anfangen. Jetzt hätte ich all die Artikel schreiben können, zu denen ich vorher nicht gekommen war, weil mir Zeit und Muße fehlten. Aber jetzt war nur Leere in mir. Monatelang. Uff.

Ich glaube, wenn Paleica mich nicht geweckt hätte, wäre ich nicht wieder aktiv geworden… hätte spätestens jetzt, bei der Erkenntnis, dass ein Jahr rum ist und ich nicht regelmäßig schreibe, das Projekt Querfühler-Blog für gescheitert erklärt. Aber dankenswerterweise ist es anders gekommen. Sie hat mich nicht nur durch Ihre etwas besorgte Nachfrage, warum es hier so still wäre, geweckt… sondern ich bin auch aufgestanden!

Und weil das Aufstehen mir leichter fällt, wenn ich eine Aufgabe habe, habe ich mir gleich welche gestrickt. So ist mir ein Blog nach dem anderen von der Tastatur gehüpft: Einer für meine fotografischen Geschichten (da wollte ich nämlich einen genußunterstützenden Hintergrund, der die Bilder besser zur Geltung bringt), einer für ein 365-Tage-Fotoprojekt, einer für ein Entsorgungs-Loslass-Erkenntnis-Projekt und einer für Gedanken zur Gewaltfreien Kommunikation. Für den letzten braucht es noch etwas mehr Mut, mich da zu zeigen, aber mit den anderen bin ich so weit ganz zufrieden. Im Moment tritt die leidenschaftliche Fotografiererei gerade etwas in den Hintergrund, weil ich mich mit einem Mittelfußbruch durch die Gegend humpele… aber das wird schon wieder.

Was mir viel Freude macht ist, dass ich mir meine Vielfältigkeit bewahrt habe, auch wenn es jetzt mehrere Blogs gibt und nicht mehr alles, wie zu Anfang von mir geplant, an einem Ort versammelt wird. Irgendwie erschien mir das, als ich im März wieder anfing zu schreiben, nicht mehr stimmig. Ich wollte mehr Klarheit (jedenfalls für die Bereiche Fotografie und Gewaltfreie Kommunikation) und mich selbst auch an den unterschiedlichen Formaten freuen. Bilder wirken einfach schöner vor dunklem Hintergrund… für Texte ist das, jedenfalls für meine Augen… eher quälend. Wir werden sehen: vielleicht entscheide ich mich irgendwann wieder um. Aber momentan gefällt mir alles so, wie es ist.

Habe ich Pläne für die Zukunft? Für diesen Blog hier? Hmmm…

Ich möchte einfach weiter dranbleiben. Ja. EINFACH. Ich möchte weiter Leichtigkeit haben und mich nicht verpflichtet fühlen. Ich möchte wieder regelmäßiger Kochrezepte posten. Ich koche zwar derzeit auch wirklich weniger neue Sachen… aber das steht trotzdem in keinem Verhältnis zu der ‚Lücke‘, die hier im Blog diesbezüglich momentan klafft.

Wenn mein Fuß es wieder zulässt, möchte ich wieder mit der Kamera kleine Gefühls- und Bedürfnisreisen unternehmen. Mal schauen, in welchem Blog ich das dann platziere (passt ja gleich in dreien).

Ich hätte auch Lust, mal eine Aktion zu starten… aber da denke ich momentan noch: das müsste schon ganz was Besonderes sein, damit die Leute sich auf NOCH ein Projekt einließen. Denen geht es bestimmt so wie mir, dass sie mehrere am Laufen haben und manchmal gar nicht mehr hinterherkommen.

Jetzt erst einmal genug der Worte. Ich koch mir noch einen Geburtstagskaffee mit lecker Milchschaum und sinniere ein wenig über das Wo-komm-ich-her-wo-will-ich-hin nach.

Habt einen schönen Tag!

Advertisements

3 Kommentare zu “Happy Birthday Querfühler!

  1. Wir alle, die wir Texte (im Internet) schreiben, fühlen irgendwann diesen Druck. Oder das Schreiben wird zur Routine und die Worte bleiben leer. Schreiben ist einfach und auch wieder nicht. Und wenn mir nichts einfällt, dann wird es oft nur ein Gedicht. 😉 Viel Spaß dir noch und Glückwünsche auch noch von mir.

    • Vielen Dank für die Glückwünsche 🙂

      Deine Worte machen mich gerade ein wenig nachdenklich… Ich nehme sie mal mit und bebrüte sie. – Ich finde es total spannend, dass Du Gedichte schreiben kannst, wenn Dir ’nichts‘ einfällt. Gedichte brauchen bei mir Inspiration und ein Maximum an Konzentration (davon sie zu zeigen bin ich weit entfernt *lach*). Es ist doch immer wieder wundervoll, wie unterschiedlich wir Menschen so ticken.

      Es lebe die Vielfalt!

      • Stell dir vor, wir wären alle gleich! Wie langweilig wäre doch die Welt. Das soll nun keine Schleichwerbung sein, aber heute hat mich die Unlust einen langen Text zu scheiben und das Wetter zu einem Tanka inspiriert. Gedauert hat das keine fünf Minuten.

        Ich finde, dass wir nicht immer nur tiefschürfende Gedanken von uns geben sollten. Wobei man vor allem in Gedichten sehr viel ausdrücken, quasi „verdichten“ kann.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s