Omi und der Corona-Rummel

Meine Omi war eine kluge Frau. Schon als Kind wünschte ich mir, dass ich im Laufe meines Lebens in vielerlei Hinsicht so werden würde, wie sie. Dass ich ihre Gelassenheit lernen würde. Ihr grundsätzliches Vertrauen, dass alles schon so kommt, wie es kommt und immer irgendwie ok ist. Zum meinem Glück stelle ich immer mehr fest, dass dieser kindliche Wunsch sich in mir immer mehr verwirklicht. Und mich erfüllt große Dankbarkeit, dass ich so ein liebevolles Vorbild gehabt habe. In schwierigen Lebenssituationen bitte ich sie um Unterstützung, lehne mich in Gedanken an ihre Schulter, weine vielleicht ein bisschen und höre ihr zu.

Was würde meine Omi vermutlich sagen, lebte sie gerade in unseren Zeiten mit dem ganzen Corona-Rummel?

Kind… das geht vorbei. Und wenn es nicht vorbei geht, dann geht es auch vorbei.

Wenn meine Zeit rum sein sollte, dann ist sie vorbei. Wenn sie im Krieg hätte rum sein sollen, wäre sie im Krieg rum gewesen. Wenn ich hätte an irgendeinem Virus sterben sollen, wäre ich daran gestorben. Ich bin gestorben, weil meine Zeit rum war. Und ich glaube einfach, dass das für jeden Menschen gilt.

Was würde sie mir raten, wenn ich sie fragte?

Kind… du machst das schon. Du machst es immer richtig. Natürlich war ich oft auch in Sorge um Dich. Immer, wenn ich vergessen habe, dass das, was für mich gilt ja auch für Dich gilt. Deine Zeit dauert, solange sie dauert. Du kannst keine Zeit herausschinden. Lebenszeit ist nicht verhandelbar. Nicht mit dem Krebs, nicht mit dem Immunsystem, nicht mit einem Virus… und nur ganz vielleicht (da bin ich mir allerdings nicht sicher) mit Gott.

Ganz bestimmt gibt es auch für Dich einen Lebensplan. Du kannst gar nichts falsch machen. Du machst Erfahrungen. Du lernst. Du lebst ein erfülltes Leben auch wenn es nicht immer nach Fülle aussieht. Du bist Du. Du stehst aufrecht (jedenfalls bemühst Du Dich darum) und zeigst, was Dir wichtig ist. Du warst schon immer eine unverbesserliche Weltverbesserin. Du hast Dich schon Dein ganzes Leben für andere, für die, die anders sind, eingesetzt. Das war schon im Kindergarten so und hat Dich durch alle Phasen Deines Lebens begleitet. Das bist Du! Ich sehe Deinen Schmerz, wenn das gerade von Deinem Gegenüber nicht gesehen werden kann. Ich wünschte, ich könnte dann auf Deiner Schulter sitzen und sagen: Lass sie stehen. Du weißt ja: Wer nicht will, der hat schon.

Lass Dein Licht leuchten. Scher Dich nicht um die Leut. Geh Deinen Weg. Nein besser: tanz ihn!

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