Glück ist…

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… ein Spiegelei.

Heute Mittag stand ich vor der Qual der Wahl: was soll ich essen? Was WILL ich essen? Die ganze Woche über hatte ich jeden Tag etwas Feines zusammengeköchelt. Immer sorge ich für meine Lieben. Ich überlege mir abwechslungsreiches Essen. Nahrhaftes Essen. Orientiere mich an den Geschmäckern meiner Familie. Sorge dafür, dass ich mich selbst beim Kochen nicht langweile und suche immer wieder neue Herausforderungen in Sachen Zutaten und Zubereitung.

Heute bin ich allein zu Haus. Niemand, der meiner Fürsorge bedarf. Ich könnte essen, was sonst keiner mag. Ich könnte mir ein leckeres Essen voller frischer Zutaten zubereiten… und kein einziges Kohlenhydrat müsste dabei sein, weil nur ICH davon satt werden müsste. Ich könnte das Essen so scharf würzen, wie ich wollte. Es dürfte knallbunt und mit Blüten gewürzt werden. Es dürften ‚Körner‘ im Essen sein. Es dürfte Röstaromen bis zum Abwinken enthalten… Ich schwelge in Ideen und mir läuft schon fast das Wasser im Munde zusammen.

Und dann stehe ich vor dem Kühlschrank und sehe mich die Packung mit den Eiern herausnehmen.

Mit einem glückseligen Lächeln schlage ich mir zwei Eier in die Pfanne. Kein Rührei. Kein Omelett. Keine speziellen Gewürze. Ich schaue den Eiern beim Stocken zu und bin glücklich. Langsam steigt mir der Duft von knusprigem Eiweiß in die Nase. Es schlägt Blasen. Ganz langsam verschwindet das Glibbrige. Ich passe den Moment genau ab, wo alles Eiweiß fest und das Gelbe flüssig aber sämig ist. Nun noch das Ganze auf einem gebutterten Roggenbrot platziert. Einmal mit Pfeffer- und einmal mit der Salzmühle drüber: perfekt.

Spiegelei ist ein Ein-Frau-Essen. Fürsorge nur für MICH.

Spiegelei ist Jugend… jedenfalls die Erinnerung daran: als ich noch keine eigene Familie hatte, habe ich mir regelmäßig mitten in der Nacht zwei Eier in die Pfanne gehauen. Da hat sich niemand am Gekruschel in der Küche oder dem Geruch gestört. Und keiner wollte etwas abhaben.

Spiegeleier sind Autonomie. Sie sagen: Mach, was Du willst. Tu es schnell. Auf den Punkt.

Spiegeleier sind Freiheit. Zwei Eier gehen IMMER.

Spiegeleier sind Genuss. Sie knuspern, sie schmelzen, sie nähren.

Glück kann so banal sein.

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Schwarzer Haufen (in Reminiszenz an Florian Geyer)

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‚Schwarzer Haufen‘ … o.k. … das könnte jetzt eine längere Geschichte werden über meine anfallsweise Sucht ‚Die Stämme‘ zu spielen und eine glorreiche Zeit. Und vielleicht schreibe ich darüber irgendwann auch einmal, wenn meine evtl. zu erwartenden Enkel der Geschichte müde geworden sind. Für heute lasse ich es dabei, Euch mit dem Rezept zu beglücken :-).

Das kommt rein (für 2 Portionen):

1 Pckg. frische schwarze Bandnudeln (gibt es gerade bei Lidl im Angebot)

1 Handvoll unterschiedliche Cocktail-Tomaten in möglichst dramatischen Farben
1 Rosmarinspitze (ca. 5 cm)

für das Pesto:
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund glatte Petersilie
3 EL Kapern
3-4 Sardellenfilets
1 Handvoll Salatkernemix (Sonnenblumen-, Kürbis- Pinienkerne)

Olivenöl

Parmesan, frisch gehobelt
schwarzer Pfeffer

Und so geht’s:

Zuerst das Pesto zubereiten, denn dann kann es ein paar Minuten durchziehen, während die anderen Zutaten flott gekocht werden…

Die Salatkerne in einer Pfanne trocken anrösten, bis sie anfangen zu knistern. Sardellenfilets abspülen, damit sie nicht mehr so arg salzig sind. Wenn Ihr die trocken in Salz eingelegten Kapern verwendet auch diese gründlich abspülen, ansonsten nur abtropfen lassen.

Knoblauchzehe, Petersilie, Kapern, Sardellenfilets, Salatkerne und etwas Olivenöl in einen Mixer oder Mulitzerkleinerer geben und zu einem Pesto verarbeiten. Nach Bedarf Olivenöl dazugeben, damit es schön geschmeidig wird.

Die Tomaten halbieren. Rosmarin fein hacken.

Die Tintenfisch-Nudeln in Salzwasser al dente kochen. Währenddessen die Tomaten zusammen mit dem Rosmarin in Olivenöl kurz anschmurgeln. Ich mag den Garpunkt am liebsten, wenn die Haut der Tomate sich gerade so zu lösen beginnt. Sie sollen nicht matschig werden.

Die abgetropften Nudeln gründlich mit dem Pesto vermengen. Tomaten darauf anrichten und mit frisch gehobeltem Parmesan garnieren. Frisch gemahlenen Pfeffer darüber … und schwelgen.

Guten Appetit!

 

 

Kurumba Caramba! – Ab in den Süden!

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Vor drei Tagen hab ich bei Nike von einem Rezept-Wettbewerb gelesen. Genauere Bedingungen gibt es dann hier.

Gewinn ist eine Woche Rundumsorglospaket auf den Malediven. Da wollt ich schon immer mal hin. Also: auf geht’s!

Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf (und die meisten davon wurden sofort wieder verworfen). Leicht sollte es sein. Außergewöhnlich. Auf gar keinen Fall vordergründig. Und auch noch gut anzuschauen. *grübel* Etwas, was man auf jeden Fall gut in der Hitze essen kann und wo die Zutaten nicht schwer zu beschaffen sind. – Hier kommt das Resultat:

Steinbeisser-Zitronengras-Spieße mit gelinsten Kurumba*-Ingwer-Tagliatelle auf Mango-Curry-Schaum

 

Erst einmal die Einkaufsliste:

Für die Nudeln:

  • 150 g Mehl
  • 150 g Hartweizengrieß
  • 2 EL Kokosbutter* (aus 50 g Kokosflocken)
  • 3 große Eier
  • 1/2 TL Salz
  • 1 daumenbreites Stück frischer Ingwer (sehr fein gerieben)

Für den Fisch:

  • 500-600g Steinbeisser-Filet
  • 2 Zitronengrasstengel
  • Saft von 1 großen Limette
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe (fein geschnitten oder gepresst)
  • 1 daumengroßes Stück frischer Ingwer (fein gerieben)
  • Salz
  • bunter Pfeffer
  • einige Chilifäden

Für das Belinsen der Tagliatelle:

  • 100 g Belugalinsen (die zerfallen nicht so wie andere Linsenarten und sind sowohl optisch als auch geschmacklich sensationell
  • 2 EL Himbeer-Balsamico-Condimento

Für die Sauce:

  • 100 ml Mangomark (Gibt es fertig in der Dose beim Asiaten. Richtig reife Mangos sind natürlich besser, waren aber für mich einfach nicht zu erjagen)
  • 100 ml Kokosmilch (85%)
  • 1 kleinfingerbreites Stück frischer Ingwer (fein gerieben)
  • 1 gestrichener TL Currypulver
  • 1 gute Prise Lebkuchengewürz
  • 1 TL Ghee
  • Limettensaft zum Abschmecken

So. Das war’s erst einmal.

—snip—

Nun geht es an die Zubereitung:

Die Tagliatelle lassen sich gut schon am Vortag vorbereiten:

Zunächst brauchen wir die Kokosbutter:
Die Kokosflocken in einen Mixer geben und so lange mixen, bis das Kokosfett austritt und eine cremige Konsistenz entsteht. Das dauert ca. 4 Minuten. Nicht verzweifeln … am Anfang scheint sich nicht viel zu tun, aber irgendwann geben die Flocken bereitwillig ihr Öl frei.

Nun Mehl und Hartweizengrieß miteinander vermengen und auf ein großes Backbrett geben. In die Mitte eine Mulde drücken.

Eier, Kokosbutter, Salz und den sehr fein geriebene Ingwer separat verrühren. In die Mulde im Mehl geben und vorsichtig mit den Fingern beginnen zu vermengen. Den Teig mit den Händen kneten, bis er geschmeidig wird. Auch da dauert so seine Zeit. Am Anfang erscheint einem die Geschichte vielleicht zu trocken, bei anhaltendem Kneten wird der Teig jedoch immer griffiger. Sollte der Teig auch nach ein paar Minuten tüchtiger Bearbeitung immer noch zu trocken sein, die Hände zwischendurch mit Wasser benetzen. Der Teig ist fertig, wenn er beginnt  zu glänzen, nicht mehr an den Händen klebt und sich gut vom Backbrett löst.

Nun in Klarsichtfolie einschlagen und im Kühlschrank für eine Stunde ruhen lassen.

Den ausgeruhten Teig nun portionsweise mit der Nudelmaschine nach Gebrauchsanweisung ausrollen und schneiden. Natürlich geht das auch alles mit einem Nudelholz und mit einem Küchenmesser, ist aber langwieriger 😉

Die fertigen Tagliatelle portionsweise zu Nestern formen und auf einem Küchentuch trocknen lassen.

—snip—

Vorbereitung der Steinbeisser-Spieße:

Limettensaft, Öl, Knoblauch, Ingwer, Salz, Pfeffer zu einer Marinade verrühren.

Den Fisch säubern.

Die Zitronengrasstengel der Länge nach vierteln und am unteren Ende anspitzen. Jeweils einen ca. 3 cm breiten Streifen Steinbeißerfilet auf die entstandenen Spieße auffädeln.

Die Marinade über den vorbereiteten Fisch gießen und darin wenden. Für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Zwischendurch noch einmal wenden und mit der Marinade überträufeln, damit sie überall gut einziehen kann.

Während die Filets marinieren, können wir uns der Zubereitung der Beilagen und der Sauce widmen…

 

Zunächst die Linsen:

Die Linsen abspülen und in der dreifachen Menge Wasser ca. 25 Minuten, ohne Beigabe von Salz, kochen. Nach 20 Minuten eine erste Garprobe machen. Die Linsen sollen nicht matschig werden, sondern eine bissfeste Konstistenz behalten.

Abgießen und kurz kalt abspülen. Gut abtropfen lassen. Dann mit dem Balsamico-Condimento vermengen und ziehen lassen.

 

Als nächstes die Sauce:

Ghee erhitzen und das Currypulver kurz darin anschwitzen. Mango-Pulpe und Kokosmilch sowie die Gewürze hinzufügen. Kurz aufkochen lassen und mit Limettensaft abschmecken. Die Sauce mit dem Stabmixer schaumig schlagen.

 

Jetzt kommen die Nudeln wieder ins Spiel und werden mit den Linsen zusammengeführt:

Tagliatelle in ausreichend Salzwasser al dente garen.

Zwei Pfannen bereitstellen … und fürs Finish bereit machen:

In etwas erhitztem Olivenöl die abgetropften Tagliatelle mit den marinierten Linsen zusammenführen und kurz schwenkend erwärmen.

 

Und die Hauptdarsteller:

Die Zitronengras-Spieße in der zweiten Pfanne von allen Seiten braten und leicht bräunen.

Auf die Teller einen Spiegel aus der Mangosauce legen. Tagliatelle und Spieße darauf platzieren. Die Spieße mit einigen Chilifäden belegen.

 

—snip—

 

Ich hab parallel zum Fisch das Ganze auch noch mit Hähncheninnenfilets gemacht (4 St./Person). Das ist mindestens genauso lecker.

Guten Appetit!

 

(* Is‘ sich maledivisch für Kokosnuss)

Limettisierte Pute

P1080382Ein asiatisch angehauchtes Stück Phantasie mit Schneegestöber, was uns heute vorzüglich mundete…

 

Man nehme:

400 g Geflügelfleisch (Filets oder Brust von Pute oder Huhn)
1 Spitzpaprika
1 Dose Kokosmilch (mit möglichst hohem Kokosanteil)
1/2 Limette
1/2 TL Sambal Olek
1 TL Garam Masala
1 Knoblauchzehe, feingehackt
1 EL Sesamöl
1 TL Gemüsebrühe
zusätzlich zum Anbraten geschmacksneutrales Pflanzenöl oder Olivenöl (wie’s beliebt)
schwarzen Sesam (geröstet) nach Belieben

Zubereitung:

Das Geflügelfleisch versäubern und in mundgerechte Stücke teilen.

Den Saft einer halben Limette, das Sesamöl, Garam Masala, Knoblauch und Sambal Olek zu einer Marinade verrühren und zum Fleisch geben und gut vermengen. Ungefähr eine Stunde marinieren lassen.

Die Spitzpaprika fein würfeln. – Geschmacklich tut sie zwar nicht viel dazu, aber es sieht einfach auf dem Teller netter aus … und das Auge isst ja bekanntlich auch mit.

In einer Pfanne das marinierte Fleisch bei hoher Hitze in zusätzlichem Fett anbraten. Dann die Paprika dazugeben und kurz mitschmoren lassen. Mit Kokosmilch ablöschen, die Gemüsebrühe dazugeben und nun sanft weiterköcheln lassen, bis das Fleisch ganz zart ist und die Sauce ein wenig eingekocht ist.

Wenn nötig noch einmal mit etwas Limette abschmecken, falls es Dir nicht ’spritzig‘ genug ist.

Als Beilage finde ich Basmatireis wunderbar. Als Topping dann noch kurz vorm Servieren schwarzen gerösteten Sesam (aus dem Asia-Laden) über das Geflügel streuen. – Wenn man Wildreis nimmt (oder ein Gemisch aus Wild- und Basmatireis) würde ich den Sesam weglassen, weil die nussige Komponente dann schon im Reis vorhanden ist.

Lasst es Euch schmecken!