Brombeerblätter fermentieren

Wie versprochen… hier noch eine Anleitung, um Brombeerblätter für eine Teezubereitung zu fermentieren:

Brombeerblätter haben ohne Fermentation wenig Eigengeschmack und sind für die Teezubereitung in einfach nur getrocknetem Zustand keine Bereicherung.

Zubereitung:

Junge, jedoch nicht ganz junge Brombeerblätter sammeln. Am besten mit Hilfe einer Gartenschere und die Finger geschützt durch Gartenhandschuhe.

Die Blätter einen Tag ausgebreitet vorwelken lassen. Dann Blätter mit der Schere von den stacheligen Stielen trennen (Achtung auf die Finger … auch die Blätter sind häufig stachelig!). Auf einem Hartholzbrett mit dem Nudelholz kräftig bearbeiten und quetschen. Auf einem Glasbrett soll es noch besser gehen … manche nehmen zum Quetschen auch eine Glasflasche.

Die gequetschten Blätter (manche von ihnen laufen nun schon ein wenig dunkel an) mit einer Küchenschere in Streifen schneiden. Die Streifen auf Frischhaltefolie legen. Ich hab einfach eine Rolle genommen und erst einmal ungefähr Din A4 abgerollt. Blätter druff … möglichst keine Klumpenbildung … und nun alles mit Wasser leicht besprengen. Das Ganze fest einrollen und beim Rollen die Luft rausquetschen. Wenn alles eingerollt ist, Rolle weiter abrollen … Blätter druff … besprengen … einrollen …

Die Rollen an den Enden gut zudrücken oder verschnüren. An einem warmen Ort (30 Grad) liegen lassen. Wenn Ihr keinen so warmen Ort habt, nutzt die Abwärme des Backofens, nachdem Ihr z.B. andere Teezutaten getrocknet habt.

Nach einem Tag waren die Blätter schön dunkelbraun und dufteten verführerisch, ein bisschen holzig und warm aber auch leicht nach Rosen. Ich habe sie dann wieder im Ofen bei 50 Grad und leicht geöffneter Ofentür getrocknet.

In Anleitungen haben die Leute oft geschrieben, dass man die Blätter länger fermentieren soll … allerdings auch, dass es dann nicht selten passiert, dass sie beginnen zu schimmeln. Ich wollte da lieber auf  Nr. Sicher gehen und finde das Ergebnis durchaus zufriedenstellend.

 

Auf zur Jagd: Teefieber

IMG_6168Jetzt ist Sommer!

Aber es kommen ja auch wieder andere Zeiten. Zeiten, in denen wir uns etwas Wärmendes wünschen. Und wenn es uns gleichzeitig ein Stück Sommer zurückbringt … umso besser.

Darum fange ich jetzt an, so nebenher auf Spaziergängen Teezutaten zu sammeln. Bewährt haben sich bisher:

  • Echte Kamille: Ihr erkennt sie an dem typischen Geruch und dem hohlen Köpfchen, wenn Ihr mal eine aufpiddelt.
  • Holunderblüten
  • Minzen (gleich welcher Art)
  • Zitronenmelisse
  • Kornblumen (die zwar keinen großen Eigengeschmack mitbringen, aber aufgegossen einfach wunderschön aussehen … und das Auge trinkt ja schließlich auch mit)
  • Lindenblüten

Ringelblumen sind im Tee bestimmt auch nett anzuschauen … aber ich mag den Geschmack leider nicht so sehr.

Kamille, Holunderblüten, Minze, Zitronenmelisse, Lindenblüten und Kornblumen (hier nehme ich nur die abgezupften Blütenblätter) trockne ich Lage für Lage im Backofen bei 50 Grad. Damit die Feuchtigkeit gut abziehen kann, die Ofentür einen Spalt offen lassen, evtl. einen Kochlöffel dazwischen klemmen. Am besten bleibt Ihr in der Nähe und schaut immer mal nach dem rechten. Sie sollen ja trocken aber nicht braun werden. Ich mache zwischendurch immer mal die Bröselprobe und zerreibe ein paar Blätter zwischen den Fingerspitzen. Wenn sie sich leicht zerreiben lassen, sind sie fertig.

Ich bewahre die einzelnen Zutaten in getrennten Gläsern auf und stelle mir immer eine Mischung nach Gusto zusammen. Manchmal hab ich z.B. einfach keinen Bock auf Kamille, weil sie mir zu gesund schmeckt. Dann lass ich sie eben weg. Oder ich koche den Tee nicht in einer Glaskanne (in die ich die Blüten, der Optik wegen immer lose einstreue und dann über der Tasse erst abseihe), dann müssen auch keine Kornblumen rein, weil ich die ja eh nicht sehe.

Viel Spaß bei der Jagd!