2:0 für Dattelcreme und Stachelbeergelee!

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Heute mal ein süßes Frühstück 🙂

Ich bin ja sonst eher der herzhafte Typ … und mache Abstecher ins süße Genre eher selten und meist in Form von Marmeladenkocherei. Gestern hatte ich mal Lust, meine Kochkompetenzen zu erweitern und habe mich an einen Stabilo-Aufstrich gewagt. Da ich vor ein paar Tagen schon ein neues Gelee gekocht habe, dass ich Euch noch nicht präsentiert habe, bekommt Ihr heute gleich zwei auf einen Streich:

  1. Stachelbeergelee
  2. Dattel-Kokos-Aufstrich

Für das Stachelbeergelee:

Frische, am besten selbstgeerntete Stachelbeeren (wenn man sie sich mit Kratzern an den Unterarmen selbst verdient hat, schmecken sie gleich noch einmal so gut)
Gelierzucker 2:1
Arabisches Kaffeegewürz (von Eder … Ihr könnte natürlich auch gern das von Schuhbeck zum 4fachen Preis in gleicher Zusammenstellung kaufen)

Und so geht’s:

Die Stachelbeeren im Dampfentsafter entsaften. Den erhaltenen Saft im angegebenen Verhältnis mit dem Gelierzucker mischen (750ml Saft auf 500g Zucker). Auf 1,5l Saft habe ich einen halben TL Kaffeegewürz gegeben. Aufkochen. Schon jetzt aus Vorfreude und wegen des entstehenden Duftes eine Portion Glücklichsein genießen. Gelierprobe. Abfüllen. Fertich.

Mmmmmmh!

—snip—

Und noch das Rezept für die Dattel-Kokos-Creme, genauso einfach:

100g getrocknete Datteln (waren bei mir 14 St.)
100g Kokoschips
2 St. kandierter Ingwer
einige Tropfen Sesamöl
Kokosmilch (75%)

Zubereitung:

Die Datteln in Stücke schneiden, wie Euer Mixer es braucht, um gut mit ihnen fertig zu werden. Den Ingwer ebenfalls kleinschneiden.

Datteln, Kokoschips, Ingwer und einige Tropfen Sesamöl in den Mixer geben und solange bearbeiten, bis eine homogene Masse entsteht. Nun nach Belieben Kokosmilch zufügen, bis die Masse die Streichfähigkeit erreicht hat, die Ihr Euch wünscht. Abfüllen und ab in den Kühlschrank damit. Dort sollte die Creme auch aufbewahrt werden. Die Datteln haben zwar einen hohen Zuckeranteil (ca. 65%), schaffen es aber vermutlich nicht, die Sache dauerhaft zu konservieren. Bei den momentanen Temperaturen ohnehin nicht.

Der Aufstrich wird im Kühlschrank ziemlich schnittfest. Wenn Ihr ihn wieder geschmeidig genießen wollt, holt Ihr ihn am besten schon einige Zeit vor dem Frühstücken aus der Kühlung.

Ich finde den Geschmack wirklich paradiesisch und bin ganz hin und weg! Dass die Datteln noch jede Menge mitbringen, was ich eh gut gebrauchen kann, macht den Genuß dann noch vollständiger: sie sind mit dem hohen Anteil an Vit B die reinste Nervennahrung und auch sonst ernährungstechnisch ein ziemlicher Bringer.

Ich wünsche Euch einen schönen Sommertag!

Frühstart: Bratapfelgelee

Eigentlich ist es noch viel zu früh im Jahr, um ein Bratapfel-Rezept zu posten ^^

Aber was soll’s … wenn ich so herzlich darum gebeten werde (Danke für den Stupser, Anja 😉 ), dann muss es eben heute schon in die Welt. Weil ich es selber aber noch nicht koche … erst einmal ohne Bild 🙂

Man nehme:

900 ml naturtrüben Apfelsaft
350 g Gelierzucker (3:1) oder die mir liebere Variante: Rohrohrzucker + Pektin (oder Gelierhilfe 3:1)
1 Stange Zimt
eine Handvoll Korinthen
3 Nelken, fein gemörsert
1 Vanilleschote (alternativ 1 P. flüssige Bourbon-Vanille Finesse von Dr. Oetker)
einige Tropfen Bitter-Mandel-Aroma
evtl. noch einen Spritzer Zitrone, wenn Ihr es (wie ich) gerne ein bisschen frischer mögt.

Und so gelingt’s:

Den Apfelsaft erhitzen. Zimt und Korinthen dazugeben. 5 Minuten köcheln lassen und dann das Ganze eine gute Stunde (gerne auch länger) durchziehen lassen. Dann den Saft abseihen und die Korinthen dabei gut ausdrücken.

Die übrigen Gewürze zum Saft geben und mit dem Gelierzucker nach Anweisung zubereiten. GelierprobeAbfüllen … fertig.

Das ist ein wunderbares Marmeladenrezept für die kalte Jahreszeit, wo ich gerne schon morgens etwas Wärmendes zu mir nehme. Duftet verführerisch und dockt bei mir an alle winterlichen Glücksgefühle an.

Lasst es Euch schmecken!

Marmeladen- und Gelee-Akrobatik

Wir Marmeladen- und Gelee-Kochfreundinnen lesen in Rezepten immer mal wieder, dass wir die Gläser nach dem Abfüllen auf den Kopf stellen sollen … Das ist manchmal gar nicht so leicht (und bei heißem Kochgut auch nicht ganz ungefährlich). Außerdem haben wir immer wieder die Qual der Wahl: welche Pose ist die Beste?

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So ist es am besten für die Wirbelsäule …

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So … ist es etwas schwieriger, bügelt aber vielleicht die Falten aus der Stirn *hoff*.

—snip—

Welche Methode auch immer Ihr wählt: Wenn Ihr funktionierende, keimfreie Twist-Off-Gläser nehmt, könnt Ihr auf beide Varianten verzichten. Es entsteht durch das Abkühlen des Kochguts normalerweise auch so das erwünschte Vakuum im Glas, das dafür sorgt, dass das Produkt lange haltbar bleibt.

(Da ich persönlich keine 100%ige Gläser-Desinfiziererin bin, drehe ich die Gläser nach dem Abfüllen trotzdem für ein paar Minuten auf den Deckel. Sicher ist sicher *zwinker*)

Gelierprobe

Die Gelierprobe dient dazu festzustellen, ob eine Marmelade oder ein Gelee den Festigkeitsgrad erreicht hat, den man sich am Ende wünscht:

Man nehme:

Zu kochende Marmelade oder Gelee (im Folgenden als Kochgut bezeichnet)
einen kleinen Teller
ein Löffelchen

Wie‘ geht:

Mit dem Löffelchen eine kleine Menge des Kochguts entnehmen und auf dem Teller platzieren. Einen kleinen Moment warten, bis das Kochgut erkaltet ist … Resultat beäugen und für gut befinden. Oder eben nicht … dann ggf. den Kochvorgang fortsetzen oder Zitronensäure als Gelierbeschleuniger zufügen.

 

 

Sommerduft in Gläsern

Bilder-bis-30.4.2010 224Schnell raus … bevor die Zeit wieder rum ist!

Der Holunder blüht und es ist jetzt genau die richtige Zeit, um ihn zu ernten und daraus wunderbar duftende Sachen zu machen, die uns in der kälterne Jahreszeit an die wohlige Wärme erinnern. Heute ist mal Holunderblütengelee dran:

Man nehme:

Holunderblüten (am besten morgens sammeln)
Zucker (evtl. fertigen Gelierzucker)
Gelierhilfe
Blutorangensaft (frischgepresst aus der Kühlung)

Alternativ zum Blutorangensaft geht auch Apfelsaft oder Orangensaft. Ein jedes hat so seinen Reiz und ich werde vermutlich auch in diesem Jahr wieder alle Varianten kochen. Für die kommende warme Zeit schmeckt mir die Variante mit Blutorange am besten, weil sie etwas leicht Kühlendes mitbringt, dass einem schon morgens einen Erfrischungskick gibt. Das ist auch die Variante, die für Menschen, die leichte Bitternoten lieben, besonders gut passt.

Die Zubereitung ist total simpel: Die Blüten von kleinen Tierchen befreien. Evtl. vorsichtig ausschütteln, jedoch auf gar keinen Fall waschen, weil die Aromi sonst flöten gehen. Von der Menge her sammelt man eine gute Rührschüssel voll Dolden. Bei der Zubereitung schrumpft das Volumen dann ganz schön zusammen. Denn … nach der Säuberung werden die Blüten zumindest bis zur zweiten Verzweigung von ihren Stielen abgeschnitten. Dann bleiben nur noch die kleinen Dolden übrig. Das sollten dann so viel sein, dass Ihr sie gut mit einem Liter Saft bedecken könnt.

Nun ruhen die Dolden über Nacht und geben ihren Duft und Geschmack an den Saft ab.

Am nächsten Tag den Saft durch ein Tuch abseihen. Siebe bewähren sich dabei nicht so, weil sonst doch noch immer Schwebteile (auch mal tierischen Ursprungs) im Saft zurück bleiben.

Den Saft nun mit dem Zucker/Gelierzucker und ggf. der Gelierhilfe zusammen aufkochen. Gelierprobe machen. Gläser abfüllen. Fertich.

Natürlich kann man Holunderblütengelee auch ganz ohne Saftbasis mit Wasser und ein wenig Zitronensaft zubereiten. Finde ich persönlich jetzt aber weniger spannend. – In meinen Marmeladen- und Geleerezepten geb ich übrigens bewusst niemals an, welches Mischverhältnis Zucker und Frucht haben. Ich liebe es gern fruchtig und die Säure der Früchte auch noch zu schmecken. Darum ist es für mich stimmig, immer die 3:1-Variante zu wählen. Wer marmeladenmäßig sonst nur das Industriegedöns gewöhnt ist, wird das aber vielleicht nicht so lecker finden, weil die ja meist 1:1 gekocht werden (ich finde ja, sie schmecken immer nur nach Zuckerpampe mit einem Anflug von Fruchtaroma). Vielleicht tastet Ihr Euch dann langsam an den Fruchtgeschmack heran, indem Ihr erst einmal 2:1 verwendet.

Guten Appetit und einen schönen Sommersonntag!