Wer braucht schon Unheilbarkeit?

blumenfüße

Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis bekam. Und es war nicht besonders lustig. Als durch medizinische Kenntnissen vorgeschädigtes Wesen ratterte es sofort in meinem Kopf: Aha … dann sind wir jetzt also unheilbar. Unsere Schilddrüse ist manchmal entzündet, manchmal nicht, die Hormone können rauf und runter gehen … im Wesentlichen aber abwärts. Und irgendwann löst sich das Dingens in meinem Hals dann vollkommen auf. Kann bösartig werden … oder nicht … aber wirklich dagegen tun kann man aus schulmedizinischer Sicht nichts. Aaaaber … das ist ja nicht schlimm. Hormone kann man ersetzen und Böses kann man rausschneiden.

Uff.

Nun ist Jahre später. Meine Schilddrüse ist noch da. Aber sie meckert. Ich meckere auch. Ich hab nämlich keinen Bock mehr auf Unheilbarkeit. Die Vorstellung, bis ans Ende meiner Tage Pillen schlucken zu müssen, amüsiert mich nicht besonders. Ich finde es mindestens enorm störend.

Ich würde lieber mit meiner Schilddrüse in Frieden leben.

Und da kommt mir doch ein Internist mittels eines von ihm geschriebene Buchs über den Weg gehoppelt, der mir so recht aus dem Herzen spricht: „Unheilbar? Hashimoto? Hab ich noch nie erlebt.“

Ach!?

Und weil er meint, dass es viele Möglichkeiten gäbe, die olle Drüse wieder auf Vorderfrau zu kriegen, pack ich es jetzt mal an. Die Jahreszeit ist günstig:

Von der Hashimoto Betroffene sollten versuchen, sich wieder mit dem luftigen Element an sich zu beschäftigen. Düfte gehören zum Wesen der Frau, Blütenessenzen, die ihre sexuelle Anziehungskraft steigern. … Heilung kann hier bedeuten, die schwarzen und braunen Kleider abzulegen, ich kurze Röcke anzuschaffen und wieder in Türkis, Rosa oder gar Hellrot gewandet das Stadtbild aufzuhellen.

Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Und wenn meine Umwelt Augenkrebs bekommt, verweise ich sie an den Internisten. Sie können ihm dann ihre Behandlung in Rechnung stellen.

Auf Eure Gesundheit!

Auf den letzten Meter: flüssiger Bernstein

P1080395Eigentlich ist es schon ein bisschen spät, um Tannenspitzenhonig zu kochen … Die beste Sammelzeit ist nämlich der Mai. Trotzdem bin ich gestern losgegangen und hab mal geschaut, ob ich noch geeignete Triebe finde … und war dann ganz zufrieden mit der Beute. Im nächsten Jahr bin ich dann halt wieder schneller.

Tannenspitzenhonig (eigentlich ein Sirup) ist eine wunderbare Sache: er schmeckt lecker auf  Brötchen, ist eher kräftig im Geschmack und verträgt sich auch mit dunkleren Brotsorten, gibt Tees eine würzig-karamellige Note und ist auch noch gesund und als Hustensaft zu verwenden, wegen seiner schleimlösenden Eigenschaften. Die Inhaltsstoffe in den frühen Maispitzen sind da besonders hoch.

Zutaten:

Tannenspitzen nach Belieben (es dürfen auch Fichtenspitzen sein … nur Finger weg von Eiben!)
Wasser nach Bedarf
Rohrohrzucker und/oder Kristallzucker nach ermitteltem Bedarf
Zitrone nach Geschmack

Wie’s gemacht wird:

Tannenspitzen sammeln, evtl. abspülen, falls viel Blütenstaub an ihnen sitzen sollte.

Die Spitzen verlesen und in einen Topf geben. Mit kaltem Wasser übergießen (etwas 2 cm sollten über den Spitzen stehen) und evtl. mit einem Teller beschweren, damit die Spitzen nicht aufschwimmen. Das Ganze über Nacht an einem nicht zu warmen Ort stehen lassen.

Am nächsten Tag die Spitzen im Wasser ungefähr eine halbe Stunde aufkochen/sieden lassen. Danach den Sud mit den Spitzen wieder einen halben Tag ruhen lassen.

Nun den Sud durch ein Leintuch abseihen, damit die Schwebebestandteile zurückgehalten werden.

Den Sud noch einmal aufkochen und etwa um ein Viertel reduzieren (wer es nicht so kräfig mag, kann auf das Reduzieren auch verzichten). Das Ganze sieht dann erst einmal wenig attraktiv aus:

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Nun den Zucker im Verhältnis 1:1 (Flüssigkeit zu Festbestandteile) unterrühren. Den Sud aufkochen und dann auf kleiner Flamme sieden lassen. Je nach zubereiteter Menge kann das schon etwa länger dauern. Man sollte sich für die nächsten Stunden jedenfalls nicht vornehmen, aus dem Haus zu gehen. Fertig ist der Sirup dann, wenn er eine schöne bernsteinfarbene Färbung angenommen hat und bei der Gelierprobe gefällig zäh fließt. Schließlich soll es ja möglich sein, unfallfrei ein Brot mit ihm zu genießen.

Je länger man den Sirup kocht, desto intensiver, dunkler und karamelliger wird er in der Note. Probiert einfach zwischendurch immer mal.

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Nich‘ lang schnacken … Kopp in‘ Nacken!

P1080397Inzwischen lernen schon die Grundschulkinder, wie wichtig es ist, immer genügend zu trinken. Da ist doch anzunehmen, dass diese Information inzwischen auch bei den meisten Erwachsenen angekommen ist.

Aber natürlich kann man dann immer noch darüber diskutieren, wie viel genau denn ‚genug‘ sei …

Man kann es aber auch lassen und annehmen, dass Leute, die sich mit diesem Gesundheitsthema beruflich beschäftigen, mit ihren Empfehlungen einfach mal recht haben. – Dann muss man es nur noch TUN.

Tja. Da klemmt es dann durchaus auch mal bei mir. Dass ich normalerweise zu wenig trinke, ist mir seit etlichen Jahren bewusst. Ich nehme es mir immer mal wieder vor, diesen Zustand zu ändern, habe es aber noch nie mehr als 3 Tage geschafft, meine empfohlenen Trinkmenge auch wirklich über den Tag verteilt zu mir zu nehmen. Im besten Fall kippte ich dann abends noch mal einen dreiviertel Liter (lustlos … versteht sich) in mich rein und bekam als Quittung dann die nächtliche imperative Aufforderung meiner Blase, aufzustehen und sie zu entleeren.

Nicht schön. Sogar lästig.

Zugespitzt hat sich meine Situation dadurch, dass mir wegen eines Tumors vor zwei Jahren eine Niere entfernt werden musste. Nun gilt es (eigentlich) noch mehr, diese verbliebende gut zu pflegen. Und womit? Mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr. *seufz* – Dass ich jetzt trinken MUSS, macht die Geschichte für mich nun auch nicht leichter. Eher im Gegenteil. Ich habe fröhlich vor mich hingetrotzt. NU GRAD NICH!

So ist das mit meinem Verstand: wenn die inneren Widerstände nur kindlich machtvoll genug sind, hat er keine Chance, sich durchzusetzen.

Seit gut fünf Wochen habe ich diese ‚kindlichen‘ Widerstände nun überlisten können. Ich habe meine Spielfreude mit ins Boot geholt: durch eine App, die daran erinnert, wie weit ich täglich noch von ‚genug‘ entfernt bin. Außerdem freut sich die Ästhetin und die Strukturtante in mir … denn die App sieht nett aus, ist leicht zu bedienen, alle Werte lassen sich individualisieren und es gibt flotte Statistiken, die mein geborenes Jungfrauenherz höher schlagen lassen. Und wenn es dann in meiner Hand- oder Hosentasche auffordernd gluckert, weil ich seit längerem keine Eingabe getätigt habe … lächele ich … und gönne mir etwas zu trinken.

Hier der Link zum Ding.

Viel Spaß und gute Gesundheit!