Scribble #29

IMG_0048Monatelange Renovierungs- und Umzugsarbeiten haben mich komplett beschäftigt. Wir mussten uns räumlich sehr verkleinern und ich ersticke immer noch in Kartons und Kisten ,weiß nicht wohin mit dem Zeug und starre auf unfertige Wände, die darauf warten verputzt zu werden und Böden, die gerne noch verlegt werden wollen.

Darüber hinaus leben wir jetzt mit der Exfrau meines Mannes unter einem Dach… und mit den teilweise anwesenden Töchtern. Wir leben unten… sie oben im Haus. Für jemanden wie mich, die ohnehin schon sehr geräuschempfindlich ist, eine fast nicht zu bewältigende Situation. Seit zwei Monaten laufe ich hier oft mit Kopfhörern auf dem Schädel rum, damit ich nicht alles mitbekomme. Als wäre das noch nicht genug, habe ich auch mal wieder meinen Job verloren… aber das ist eine längere Geschichte (eigentlich sind ALLE Geschichten, die ich in diesem Absatz angerissen habe viiiiiiel läääääänger).

Jedenfalls ist die Situation gerade nicht so, dass meine Kreativität Platz hätte. Die Kraft und auch Inspiration fehlt mir an allen Ecken und Enden. Mein inneres Spielkind hat jedoch einen Trotzanfall bekommen und eine 24er-Packung Filzer bestellt. Scheiß drauf, dass die Welt gerade untergeht! Sie will es bunt!

Und so kritzele ich jetzt seit ein paar Tagen bunte Sachen vor mich hin. Vielleicht hilft es ja. Die ‚Kleine‘ jedenfalls macht es zufrieden.

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Trau Dich!

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Es ist nie zu spät, mal etwas zu machen, das man noch nie gemacht hat. Vor 1,5 Jahren habe ich mir ein neues Auto gekauft und mich von meinem alten Volvo Kombi verabschiedet. Bei dem habe ich ja allerhand Kleinigkeiten selbst repariert. Leuchtmittel auszutauschen war da ein Klacks. Selbst Scheinwerferverblendungen nur teilweise auszutauschen und neues mit altem Material zu ergänzen ging problemlos. Das war ja alles eine sehr übersichtliche und robuste Geschichte.

Ganz anders dagegen bei diesem neumodischen Kram. Alles ist eng, abgerundet, hinter irgendeinem fixierenden und schützenden Kunststoffzeug versteckt. Das mag funktional sein, dient aber, wie ich vermute, auch dazu, dass man nichts selbst dran rumfummelt. Als im Februar dann die erste Birne im vorderen Scheinwerfer kaputt war, hab ich die Kiste in das Autohaus am Ort gebracht. Schließlich hatte ich den Wagen dort gekauft und die versichterten mir glaubhaft, dass sie so freundlich wären, bei solchen Geschichten keine Arbeitszeit zu berechnen, sondern nur den Materialpreis. Das fand ich super! Sehr guter Service. Das Auto dort gekauft zu haben, fühlte sich gleich noch mal besser an.

Ungefähr so lange, bis ich die Rechnung sah.

24,45 €

Da blieb mir glatt die Spucke weg. Nicht nur, dass ich es ohnehin unerklärlich fand, dass nach etwas über einem Jahr ein Birnchen kaputt geht, wo ich doch bei meiner alten Kiste (trotz stetiger ‚Tagbeleuchtung‘) in 7 Jahren nur zwei Vorderscheinwerferbirnen wechseln musste und eine der hinteren Blinkleuchten… Jetzt suchte ich vergeblich nach der Feingoldauflage, die das Material bei diesem Preis haben musste.

Gestern nun war es wieder so weit. Diesmal blieb die andere Seite dunkel. Mein Partner rief das Autohaus an, um einen Termin zu machen. Auf seine Nachfrage hin, warum diese Birnen denn so schnell kaputt gingen, wurde ihm beschieden, das Material heute sei einfach so schlecht, dass es bei Erhitzung und gleichzeitigem Durchfahren von Schlaglöchern schon mal einfach ‚knack‘ in der Glühwendel machen würde. – Aha. Schlechtes Material. Wenn ich mir überlege, dass ich für ein PAAR H7-Birnchen zwischen 6 und 20 Euro bezahle (o.k. man KANN auch 35 zahlen, aber das ist ein preislicher Ausreißer im Angebot), dann kann ich von einem einzelnen Birnchen, das mich 24,45 kostet eigentlich schon erwarten, dass das kein minderwertiges Material ist. Ich war, gelinde gesagt, etwas irritiert.

Die Irritation wuchs sich schnell zum Sauer-Sein aus. Ich hatte mich beim letzten Mal ja schon tüchtig geärgert und hatte nicht vor, mich weiter nasführen zu lassen. Also: andere Werkstatt angerufen. Die Leute da sind mir ohnehin viel sympathischer und haben mein altes Schätzchen zu reellen Preisen repariert. Leider ging da niemand ans Telefon.

Wozu Wut doch alles gut sein kann: Ich also noch mal raus an die Kiste. Motorhaube auf. So schwer kann das nicht sein. Ein Automechaniker braucht garantiert keine 5 Minuten für so einen Wechsel. Nicht mal, wenn alles gut verpackt ist. Und: siehe da.  Es geht. Ohne Werkzeug. Frau muss nur die Traute haben.

Diese Frau hat sie!

Nachdem ich erfolgreich die alte Birne aus- und wieder eingebaut hatte, bin ich zur Tanke gefahren und habe dort ein Birnchen mit Feingoldauflage gekauft. Immer noch um die Hälfte günstiger als im Autohaus. 14 km zu fahren, um im Baumarkt Material zu shoppen, hatte ich einfach keine Möge mehr gestern, weil eh ein harter Tag war. Und weil es mich nervös macht, wenn mir Nachbarn oder gar der eigene Kerl auf die Finger schauen können, wenn ich etwas zum ersten Mal mache, bin ich auf einen Parkplatz gefahren, auf dem wenig Betrieb ist. Motorhaube auf. Wasserschutz runter. Stecker ab. Birnchen raus. Birnchen rein. Stecker drauf (nach Gefühl… wegen ohne Sichtkontakt… fummelfummel). Wasserschutz druff. Motorhaube zu. Licht an. Funzt.

Sehr schön!

Den Rest des Tages hat mir die Aktion gute Laune beschert. Ich kann so was. Ich bin lernfähig. Eigentlich gibt es nicht viel, was ich nicht lernen könnte… wenn ich will. Manchmal will ich. Ich werde mir jetzt ein paar ADAC-getestete Birnchen besorgen, die eine hohe Lebensdauer haben und die werden eingebaut, wenn die jetzigen dann das Zeitliche segnet. Ich freu mich schon drauf. Und die nächste Herausforderung kommt bestimmt!

Scribble #23

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Nachdem ich gestern festgestellt habe, dass der Stift noch gut in der Hand liegt, habe ich gleich weitergemacht… und heute dann vollendet. Relativ wenige Mustervarianten, klarer Rahmen, zwei korrespondierende Gruppen. Eine ausgewogene Mischung und entspannend zu zeichnen. Das Zeichnen kommt also auf jeden Fall wieder mit auf die Kreativliste.

Scribble #22

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Das Scribblen ist mir irgendwie aus dem Blickfeld gerutscht. Andere, auch kreative Projekte haben meine Aufmerksamkeit gebunden. Das finde ich ein bisschen schade… denn ich hatte ein paar gute Ideen für die Zeichnerei, die ich gerne noch umsetzen wollte. Um Hand und Auge wieder ein bisschen in Feinkoordination zu bringen habe ich gerade ein bisschen meditativ gekritzelt. Da in den nächsten Tagen hier familiär keine Krisengebiete zu erwarten sind (Es leben die Brückentage, dreimal hoch!), freue ich mich darauf, auch selbst mehr zur Ruhe zu kommen. Vielleicht hüpft mir dann auch wieder der Zeichenstift in die Hand und erlaubt anspruchsvollere Projekte.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Rest-Himmelfahrts-Vater-Tag!