Dattelcreme 2.0

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Wie das beim Kochen bei mir manchmal so ist: Ich denke, ich hab alles voll im Griff und könnte quasi mit Augen-zu loslegen … und plötzlich dreht sich die Welt und alles ist anders *lach*

Heute drehte sie sich, als ich dabei war die Dattelcreme zu fertigen. Ich dachte: Warum soll ich mich denn damit aufhalten, erst die Datteln und Kokoschips zu zerkleinern und dann die Kokosmilch hinzuzufügen? Das geht doch bestimmt auch schneller! – *schwupps* … alles zusammen in den Zerkleinerer … und … tja, Grand malheur de caque! Die Pampe war 1. viel zu hell und 2. zu flüssig und 3. blieben die Stückchen zu groß. Mist.

Aber wozu bin ich denn einen Meisterin darin, aus fast jeder Not eine Tugend zu machen?

Da ja der Herbst schwer seine Fühler ausstreckt, kann ein wenig mehr Masse nicht schaden 😉 . Also habe ich zwei Teelöffel Kakao zu gefügt, sowie jeweils einen Viertellöffel Arabisches Kaffeegewürz und Zimt. Jetzt ist es angenehm schokoladig und würzig und die Konsistenz und Farbe sind auch wieder stimmig.

Guten Appetit!

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2:0 für Dattelcreme und Stachelbeergelee!

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Heute mal ein süßes Frühstück 🙂

Ich bin ja sonst eher der herzhafte Typ … und mache Abstecher ins süße Genre eher selten und meist in Form von Marmeladenkocherei. Gestern hatte ich mal Lust, meine Kochkompetenzen zu erweitern und habe mich an einen Stabilo-Aufstrich gewagt. Da ich vor ein paar Tagen schon ein neues Gelee gekocht habe, dass ich Euch noch nicht präsentiert habe, bekommt Ihr heute gleich zwei auf einen Streich:

  1. Stachelbeergelee
  2. Dattel-Kokos-Aufstrich

Für das Stachelbeergelee:

Frische, am besten selbstgeerntete Stachelbeeren (wenn man sie sich mit Kratzern an den Unterarmen selbst verdient hat, schmecken sie gleich noch einmal so gut)
Gelierzucker 2:1
Arabisches Kaffeegewürz (von Eder … Ihr könnte natürlich auch gern das von Schuhbeck zum 4fachen Preis in gleicher Zusammenstellung kaufen)

Und so geht’s:

Die Stachelbeeren im Dampfentsafter entsaften. Den erhaltenen Saft im angegebenen Verhältnis mit dem Gelierzucker mischen (750ml Saft auf 500g Zucker). Auf 1,5l Saft habe ich einen halben TL Kaffeegewürz gegeben. Aufkochen. Schon jetzt aus Vorfreude und wegen des entstehenden Duftes eine Portion Glücklichsein genießen. Gelierprobe. Abfüllen. Fertich.

Mmmmmmh!

—snip—

Und noch das Rezept für die Dattel-Kokos-Creme, genauso einfach:

100g getrocknete Datteln (waren bei mir 14 St.)
100g Kokoschips
2 St. kandierter Ingwer
einige Tropfen Sesamöl
Kokosmilch (75%)

Zubereitung:

Die Datteln in Stücke schneiden, wie Euer Mixer es braucht, um gut mit ihnen fertig zu werden. Den Ingwer ebenfalls kleinschneiden.

Datteln, Kokoschips, Ingwer und einige Tropfen Sesamöl in den Mixer geben und solange bearbeiten, bis eine homogene Masse entsteht. Nun nach Belieben Kokosmilch zufügen, bis die Masse die Streichfähigkeit erreicht hat, die Ihr Euch wünscht. Abfüllen und ab in den Kühlschrank damit. Dort sollte die Creme auch aufbewahrt werden. Die Datteln haben zwar einen hohen Zuckeranteil (ca. 65%), schaffen es aber vermutlich nicht, die Sache dauerhaft zu konservieren. Bei den momentanen Temperaturen ohnehin nicht.

Der Aufstrich wird im Kühlschrank ziemlich schnittfest. Wenn Ihr ihn wieder geschmeidig genießen wollt, holt Ihr ihn am besten schon einige Zeit vor dem Frühstücken aus der Kühlung.

Ich finde den Geschmack wirklich paradiesisch und bin ganz hin und weg! Dass die Datteln noch jede Menge mitbringen, was ich eh gut gebrauchen kann, macht den Genuß dann noch vollständiger: sie sind mit dem hohen Anteil an Vit B die reinste Nervennahrung und auch sonst ernährungstechnisch ein ziemlicher Bringer.

Ich wünsche Euch einen schönen Sommertag!

Kurumba Caramba! – Ab in den Süden!

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Vor drei Tagen hab ich bei Nike von einem Rezept-Wettbewerb gelesen. Genauere Bedingungen gibt es dann hier.

Gewinn ist eine Woche Rundumsorglospaket auf den Malediven. Da wollt ich schon immer mal hin. Also: auf geht’s!

Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf (und die meisten davon wurden sofort wieder verworfen). Leicht sollte es sein. Außergewöhnlich. Auf gar keinen Fall vordergründig. Und auch noch gut anzuschauen. *grübel* Etwas, was man auf jeden Fall gut in der Hitze essen kann und wo die Zutaten nicht schwer zu beschaffen sind. – Hier kommt das Resultat:

Steinbeisser-Zitronengras-Spieße mit gelinsten Kurumba*-Ingwer-Tagliatelle auf Mango-Curry-Schaum

 

Erst einmal die Einkaufsliste:

Für die Nudeln:

  • 150 g Mehl
  • 150 g Hartweizengrieß
  • 2 EL Kokosbutter* (aus 50 g Kokosflocken)
  • 3 große Eier
  • 1/2 TL Salz
  • 1 daumenbreites Stück frischer Ingwer (sehr fein gerieben)

Für den Fisch:

  • 500-600g Steinbeisser-Filet
  • 2 Zitronengrasstengel
  • Saft von 1 großen Limette
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe (fein geschnitten oder gepresst)
  • 1 daumengroßes Stück frischer Ingwer (fein gerieben)
  • Salz
  • bunter Pfeffer
  • einige Chilifäden

Für das Belinsen der Tagliatelle:

  • 100 g Belugalinsen (die zerfallen nicht so wie andere Linsenarten und sind sowohl optisch als auch geschmacklich sensationell
  • 2 EL Himbeer-Balsamico-Condimento

Für die Sauce:

  • 100 ml Mangomark (Gibt es fertig in der Dose beim Asiaten. Richtig reife Mangos sind natürlich besser, waren aber für mich einfach nicht zu erjagen)
  • 100 ml Kokosmilch (85%)
  • 1 kleinfingerbreites Stück frischer Ingwer (fein gerieben)
  • 1 gestrichener TL Currypulver
  • 1 gute Prise Lebkuchengewürz
  • 1 TL Ghee
  • Limettensaft zum Abschmecken

So. Das war’s erst einmal.

—snip—

Nun geht es an die Zubereitung:

Die Tagliatelle lassen sich gut schon am Vortag vorbereiten:

Zunächst brauchen wir die Kokosbutter:
Die Kokosflocken in einen Mixer geben und so lange mixen, bis das Kokosfett austritt und eine cremige Konsistenz entsteht. Das dauert ca. 4 Minuten. Nicht verzweifeln … am Anfang scheint sich nicht viel zu tun, aber irgendwann geben die Flocken bereitwillig ihr Öl frei.

Nun Mehl und Hartweizengrieß miteinander vermengen und auf ein großes Backbrett geben. In die Mitte eine Mulde drücken.

Eier, Kokosbutter, Salz und den sehr fein geriebene Ingwer separat verrühren. In die Mulde im Mehl geben und vorsichtig mit den Fingern beginnen zu vermengen. Den Teig mit den Händen kneten, bis er geschmeidig wird. Auch da dauert so seine Zeit. Am Anfang erscheint einem die Geschichte vielleicht zu trocken, bei anhaltendem Kneten wird der Teig jedoch immer griffiger. Sollte der Teig auch nach ein paar Minuten tüchtiger Bearbeitung immer noch zu trocken sein, die Hände zwischendurch mit Wasser benetzen. Der Teig ist fertig, wenn er beginnt  zu glänzen, nicht mehr an den Händen klebt und sich gut vom Backbrett löst.

Nun in Klarsichtfolie einschlagen und im Kühlschrank für eine Stunde ruhen lassen.

Den ausgeruhten Teig nun portionsweise mit der Nudelmaschine nach Gebrauchsanweisung ausrollen und schneiden. Natürlich geht das auch alles mit einem Nudelholz und mit einem Küchenmesser, ist aber langwieriger 😉

Die fertigen Tagliatelle portionsweise zu Nestern formen und auf einem Küchentuch trocknen lassen.

—snip—

Vorbereitung der Steinbeisser-Spieße:

Limettensaft, Öl, Knoblauch, Ingwer, Salz, Pfeffer zu einer Marinade verrühren.

Den Fisch säubern.

Die Zitronengrasstengel der Länge nach vierteln und am unteren Ende anspitzen. Jeweils einen ca. 3 cm breiten Streifen Steinbeißerfilet auf die entstandenen Spieße auffädeln.

Die Marinade über den vorbereiteten Fisch gießen und darin wenden. Für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Zwischendurch noch einmal wenden und mit der Marinade überträufeln, damit sie überall gut einziehen kann.

Während die Filets marinieren, können wir uns der Zubereitung der Beilagen und der Sauce widmen…

 

Zunächst die Linsen:

Die Linsen abspülen und in der dreifachen Menge Wasser ca. 25 Minuten, ohne Beigabe von Salz, kochen. Nach 20 Minuten eine erste Garprobe machen. Die Linsen sollen nicht matschig werden, sondern eine bissfeste Konstistenz behalten.

Abgießen und kurz kalt abspülen. Gut abtropfen lassen. Dann mit dem Balsamico-Condimento vermengen und ziehen lassen.

 

Als nächstes die Sauce:

Ghee erhitzen und das Currypulver kurz darin anschwitzen. Mango-Pulpe und Kokosmilch sowie die Gewürze hinzufügen. Kurz aufkochen lassen und mit Limettensaft abschmecken. Die Sauce mit dem Stabmixer schaumig schlagen.

 

Jetzt kommen die Nudeln wieder ins Spiel und werden mit den Linsen zusammengeführt:

Tagliatelle in ausreichend Salzwasser al dente garen.

Zwei Pfannen bereitstellen … und fürs Finish bereit machen:

In etwas erhitztem Olivenöl die abgetropften Tagliatelle mit den marinierten Linsen zusammenführen und kurz schwenkend erwärmen.

 

Und die Hauptdarsteller:

Die Zitronengras-Spieße in der zweiten Pfanne von allen Seiten braten und leicht bräunen.

Auf die Teller einen Spiegel aus der Mangosauce legen. Tagliatelle und Spieße darauf platzieren. Die Spieße mit einigen Chilifäden belegen.

 

—snip—

 

Ich hab parallel zum Fisch das Ganze auch noch mit Hähncheninnenfilets gemacht (4 St./Person). Das ist mindestens genauso lecker.

Guten Appetit!

 

(* Is‘ sich maledivisch für Kokosnuss)