Unsere Brombeeren parlieren Sizilianisch ^^ – More al limoncello

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Die ersten Brombeeren sind geerntet! Unter vollem körperlichen Einsatz und unter Inkaufnahme diverser Blessuren und Brennesselverbrennungen haben wir heute verwilderte Sträucher einer ersten Inspektion unterzogen und einiges für erntereif befunden. – In den letzten Jahren habe ich Brombeeren gerne mit Mirabellen zusammen verarbeitet. Aber in diesem Jahr waren die Mirabellen-Ernter leider schneller als ich 😦

Aber auch das hat sein Gutes: Ich habe ein neues Rezept erfinden müssen und das teile ich natürlich gleich mit Euch!

More al Limoncello

 

Man nehme:

1 kg Brombeeren
500 g Gelierzucker 2:1
3-4 Zweige Rosmarin
4 EL Limoncello/Limoncino (italienischer Zitronenlikör, der eine herrlich herbe Note hat)

Und so geht’s:

Die Brombeeren verlesen, evtl. kurz abbrausen. Die Rosmarinzweige anquetschen (z. B. mit der Seite eines großen Küchenmessers). In einem hinreichend großen Topf die Beeren und den Rosmarin unter Zugabe von ein bisschen Wasser (der Boden des Topfes sollte gerade so eben bedeckt sein) aufkochen. Ungefähr 10 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren ganz zerfallen sind und der Rosmarin gut Aroma abgegeben hat.

Die Rosmarinzweige entfernen und die Beeren mit dem Pürierstab bearbeiten. Wenn Ihr es nicht so kernig mögt, könnt Ihr jetzt das Mus durch ein Haarsieb streichen. Dann braucht Ihr allerdings weniger Zucker, da müsstet Ihr dann noch mal abmessen. – Ich war dazu heute zu faul und mich stört es auch nicht, wenn ich mal auf so ein Kernchen beiße.

Nun den Gelierzucker dazu und 3-4 Minuten aufkochen. Gelierprobe machen. Den Topf von der Herdplatte ziehen und erst jetzt den Limoncello unterziehen. Abfüllen … fertich.

Leeeeiiiiider habe ich eine größere Menge Marmelade, die in kein Glas mehr passen wollte und die zu viel zum Schnabulieren ist … Da müssen wir wohl morgen leider Apfelpfannkuchen mit Creme fraiche und der Neukreation essen. Schade, schade, schade … *sabber*

Ich wünsche Euch einen schönen Restsonntag und eine erholsame Nacht!

Marmeladen- und Gelee-Akrobatik

Wir Marmeladen- und Gelee-Kochfreundinnen lesen in Rezepten immer mal wieder, dass wir die Gläser nach dem Abfüllen auf den Kopf stellen sollen … Das ist manchmal gar nicht so leicht (und bei heißem Kochgut auch nicht ganz ungefährlich). Außerdem haben wir immer wieder die Qual der Wahl: welche Pose ist die Beste?

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So ist es am besten für die Wirbelsäule …

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So … ist es etwas schwieriger, bügelt aber vielleicht die Falten aus der Stirn *hoff*.

—snip—

Welche Methode auch immer Ihr wählt: Wenn Ihr funktionierende, keimfreie Twist-Off-Gläser nehmt, könnt Ihr auf beide Varianten verzichten. Es entsteht durch das Abkühlen des Kochguts normalerweise auch so das erwünschte Vakuum im Glas, das dafür sorgt, dass das Produkt lange haltbar bleibt.

(Da ich persönlich keine 100%ige Gläser-Desinfiziererin bin, drehe ich die Gläser nach dem Abfüllen trotzdem für ein paar Minuten auf den Deckel. Sicher ist sicher *zwinker*)

Erdbeer-Limette-Ingwer … zum Dahinschmelzen

P1080459Himmel, ist das HEISS!

Da muss man ja verrückt sein, um an solchen Tagen auch noch freiwillig am Herd zu stehen und sich zusätzlicher Hitze auszusetzen… Und noch verrückter, vor der Kocherei noch eine halbe Stunde klebriges Zeug zu schnibbeln.

Also … wer mich kennt, der weiß es: ‚verrückt‘ … geht bei mir eigentlich immer 🙂

Darum heute also ein Rezept für eine gar köstliche Erdbeer-Limette-Ingwer-Marmelade. Die habe ich vor einiger Zeit erfinden müssen, weil der Duft von Erdbeeren einfach zu köstlich ist, um ihn nicht das ganze Jahr zur Verfügung haben zu wollen. Die kommerziell hergestellten Produkte sind mir (wie fast immer) zu babbisch süß und zu wenig fruchtig. Das habt Ihr nun davon:

Man nehme:

750g Erdbeeren
3 Limetten
1 daumendickes Stück frischen Ingwer
250g Gelierzucker 3:1 (oder entsprechend Zucker/Rohrohrzucker + Gelierhilfe/Pektin)

Zubereitung:

Die Erdbeeren verlesen, waschen und von den grünen Strünken befreien. In Viertel schneiden.

Die Limetten auspressen und den Saft zu den Erdbeeren geben.

Das Ganze zusammen mit dem Pürierstab bearbeiten oder im Mixer vermusen.

Den Ingwer reiben und dazugeben. Ebenfalls den Zucker dazu. Aufkochen … nach ca. 4 Minuten Gelierprobe machen. Abfüllen. Fertich.

Nee … noch nicht ganz! Da fast immer ein kleiner Rest übrig bleibt, der kein Glas mehr füllen will:  Schnell das Vanilleeis aus dem Tiefkühler holen und mit der heißen Marmelade überziehen. Ein paar Schokostreusel drauf … Belohnung sofort genießen!

Guten Appetit!

Gelierprobe

Die Gelierprobe dient dazu festzustellen, ob eine Marmelade oder ein Gelee den Festigkeitsgrad erreicht hat, den man sich am Ende wünscht:

Man nehme:

Zu kochende Marmelade oder Gelee (im Folgenden als Kochgut bezeichnet)
einen kleinen Teller
ein Löffelchen

Wie‘ geht:

Mit dem Löffelchen eine kleine Menge des Kochguts entnehmen und auf dem Teller platzieren. Einen kleinen Moment warten, bis das Kochgut erkaltet ist … Resultat beäugen und für gut befinden. Oder eben nicht … dann ggf. den Kochvorgang fortsetzen oder Zitronensäure als Gelierbeschleuniger zufügen.

 

 

Sommerduft in Gläsern

Bilder-bis-30.4.2010 224Schnell raus … bevor die Zeit wieder rum ist!

Der Holunder blüht und es ist jetzt genau die richtige Zeit, um ihn zu ernten und daraus wunderbar duftende Sachen zu machen, die uns in der kälterne Jahreszeit an die wohlige Wärme erinnern. Heute ist mal Holunderblütengelee dran:

Man nehme:

Holunderblüten (am besten morgens sammeln)
Zucker (evtl. fertigen Gelierzucker)
Gelierhilfe
Blutorangensaft (frischgepresst aus der Kühlung)

Alternativ zum Blutorangensaft geht auch Apfelsaft oder Orangensaft. Ein jedes hat so seinen Reiz und ich werde vermutlich auch in diesem Jahr wieder alle Varianten kochen. Für die kommende warme Zeit schmeckt mir die Variante mit Blutorange am besten, weil sie etwas leicht Kühlendes mitbringt, dass einem schon morgens einen Erfrischungskick gibt. Das ist auch die Variante, die für Menschen, die leichte Bitternoten lieben, besonders gut passt.

Die Zubereitung ist total simpel: Die Blüten von kleinen Tierchen befreien. Evtl. vorsichtig ausschütteln, jedoch auf gar keinen Fall waschen, weil die Aromi sonst flöten gehen. Von der Menge her sammelt man eine gute Rührschüssel voll Dolden. Bei der Zubereitung schrumpft das Volumen dann ganz schön zusammen. Denn … nach der Säuberung werden die Blüten zumindest bis zur zweiten Verzweigung von ihren Stielen abgeschnitten. Dann bleiben nur noch die kleinen Dolden übrig. Das sollten dann so viel sein, dass Ihr sie gut mit einem Liter Saft bedecken könnt.

Nun ruhen die Dolden über Nacht und geben ihren Duft und Geschmack an den Saft ab.

Am nächsten Tag den Saft durch ein Tuch abseihen. Siebe bewähren sich dabei nicht so, weil sonst doch noch immer Schwebteile (auch mal tierischen Ursprungs) im Saft zurück bleiben.

Den Saft nun mit dem Zucker/Gelierzucker und ggf. der Gelierhilfe zusammen aufkochen. Gelierprobe machen. Gläser abfüllen. Fertich.

Natürlich kann man Holunderblütengelee auch ganz ohne Saftbasis mit Wasser und ein wenig Zitronensaft zubereiten. Finde ich persönlich jetzt aber weniger spannend. – In meinen Marmeladen- und Geleerezepten geb ich übrigens bewusst niemals an, welches Mischverhältnis Zucker und Frucht haben. Ich liebe es gern fruchtig und die Säure der Früchte auch noch zu schmecken. Darum ist es für mich stimmig, immer die 3:1-Variante zu wählen. Wer marmeladenmäßig sonst nur das Industriegedöns gewöhnt ist, wird das aber vielleicht nicht so lecker finden, weil die ja meist 1:1 gekocht werden (ich finde ja, sie schmecken immer nur nach Zuckerpampe mit einem Anflug von Fruchtaroma). Vielleicht tastet Ihr Euch dann langsam an den Fruchtgeschmack heran, indem Ihr erst einmal 2:1 verwendet.

Guten Appetit und einen schönen Sommersonntag!