angst vs. liebe

„Anything we do out of fear of punishment if we don’t; everybody pays for it.

Anything we do for a reward; everybody pays for it.

Anything we do to make people like us; everybody pays for it.

Anything we do out of guilt, shame, duty, obligation; everybody pays for it.

That isn’t what we were designed for! We were designed to enjoy giving. To give from the heart.“

(Marshall Rosenberg)

 

vieles, was ich getan habe

habe ich aus angst getan

 

aus angst, deine liebe zu verlieren

aus angst vor der strafe des liebesentzugs

(diese spielart der macht beherrschst du perfekt)

aus angst, deine erwartungen zu enttäuschen

aus angst vor deiner wut

aus angst vor deinem schweigen

aus angst vor deinem trotz

aus angst vor deiner ablehnung

aus angst, dich zu verlieren

den einzigen menschen, der mir das gefühl gab

bedingungslos angenommen zu sein

wieder und wieder

jedenfalls, wenn du gut drauf warst

 

 

das meiste, was ich getan habe

habe ich aus liebe getan

zum glück

jedenfalls zu meinem

 

aus liebe beigetragen

aus liebe angenommen

aus liebe getragen

aus liebe gelustet

aus liebe geliebt

 

ich nehme alles

was ich aus angst getan habe

liebevoll in mein herz

ich vergebe mir

ich nehme mich an

mit all meiner angst

 

ich vergebe dir

dass du meine aus der angst geborenen geschenke

gerne angenommen hast

 

wir konnten es nicht besser

 

ich nehme alles

was ich aus der liebe heraus tat

barmherzig in mein herz

ich vergebe mir

ich nehme mich an

mit all meiner liebe

vergebe mir

dass sie nicht ausreichte

um meine wünsche

meine sehnsucht

zu erfüllen

 

ich vergebe dir

dass du meine liebe

nicht schützen konntest

dass sie

weniger kostbar für dich war

als für mich

dass du

nicht achtsam mit ihr sein konntest

ich vergebe dir

dass meine liebe

zu wenig für dich war

als dass du hättest

bei mir bleiben wollen

ohne eine andere frau

 

ich entlasse dich

aus meinen angelegenheiten

 

ich vergebe mir

meinen schmerz

dass ich mich abhängig gemacht habe

von dir

von deinen gefühlen

von deinem willen

dass ich dir so viel macht

über mich gegeben habe

 

ich will üben

meine macht

zu mir zurückzunehmen

 

heute will ich

für fünf minuten

frei sein

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Danke, Marshall

Liebe Giraffen- und Wolfsfreundinnen und –freunde!
Gestern Abend erreichte mich die Nachricht, dass Marshall B. Rosenberg am Sonnabend im Kreis seiner Familie gestorben sei. Ich war berührt und spürte in mir Traurigkeit aber gleichzeitig auch eine ganz große Dankbarkeit. Marshalls Sein und Wirken hat so viel in meinem Leben bewirkt und es von Grund auf verändert.

In diesem Spüren der Dankbarkeit keimte in mir ein Idee, die ich gerne an Euch weitergeben würde:

Ich wünsche mir, dass sich in diesen Tagen viele Menschen einen Moment Zeit nehmen und dem nachspüren, was Marshall mit der Gewaltfreien Kommunikation in ihrem Leben verändert hat. Und ich wünsche mir, dass sie es zum Ausdruck bringen… mit anderen teilen. Bei der Vorstellung, dass mein kleines Steinchen der Dankbarkeit eine Welle auslösen könnte, im Gedenken an Marshall, wird mir ganz warm und ich fühle mich begeistert. Die Möglichkeit, mich mit Euch allen verbunden zu fühlen und auf diese Weise individuell und gleichzeitig gemeinsam um Marshall trauern und uns seiner ‚Früchte‘ freuen zu können, lässt mein Herz strahlen!

Mögt Ihr Euch anschließen und dieses ‚Stöckchen‘ weitergeben?

Wenn ja, dann schreibt auf, was Marshalls Wirken in Eurem Leben verändert hat. Und dann schickt es an andere Menschen weiter. Per Mail, über FB, andere soziale Netzwerke… nutzt die Wege, die am besten zu Euch passen.

Es ist nicht wichtig, ob ihr lange Texte schreibt oder nur einen Satz. Was ‚zählt‘ ist die Intention. Ich stelle mir vor, dass es Marshall gefallen hätte, wenn auf diese Weise vollkommen fremde Menschen durch die GfK verbunden werden. Und ich glaube, dass so eine gemeinsame Wertschätzung uns alle dabei unterstützt, die GfK weiter mutig in die Welt zu tragen.

(Wer mag und irgendwo im Netz seine Dankbarkeit öffentlich postet, den möchte ich bitten, den Hashtag ‪#‎danke_marshall‬ an seine Veröffentlichung zu hängen. Dann können alle partizipieren.)
O.k. … Dann werf ich mal mein Steinchen in den Dankbarkeitsteich…

—snip—

Marshall… ich möchte Dir aus tiefstem Herzen danken. Deine Worte und Dein Wirken haben mein Leben entscheidend verändert. Ohne Dich wäre ich heute nicht die, die ich bin. Ich bin mir durch Dich so viel näher gekommen. Ich erkenne immer mehr, wer ich bin und werde immer mehr die, die ich sein möchte.

Ich war sehr lange eine nette tote Person. Deine Idee der Gewaltfreien Kommunikation hat viele Lebenslichter wieder in mir entzündet. Ich bin heute ein so viel lebendigerer Mensch als früher. Ich bin nicht immer fröhlich… ich bin sogar häufiger traurig als früher. Aber ich bin dann durch und durch ICH. Und das fühlt sich wundervoll an. Danke für dieses großartige Geschenk!

Ich lebe heute Beziehungen ganz anders. Viel ehrlicher. Ich begegne anderen authentischer. Ich bin auch ehrlicher zu mir selbst. Das ist nicht immer einfach. Weder für mich, noch für die anderen. Aber es GEHT nicht mehr anders. Das hast Du mir ‚eingebrockt‘ 😉 – Über Jahre habe ich den Menschen nur einzelne ‚verträgliche‘ Aspekte von mir zugemutet und gleichzeitig alle anderen Teile verleugnet. Heute dürfen diese Teile alle da sein. Ich fühle mich ganz oft ‚ganz‘.

Ich danke Dir, dass Du mir Inspiration warst und bist. Seit vielen Jahren habe ich gedanklich so einen kleinen ‚Taschen-Marshall‘ dabei. Den frage ich oft, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Und er antwortet immer mit viel Humor und hilft mir durch den ganzen Gefühls- und Bedürfnisdschungel hindurch.

Danke, dass Du DER warst, der Du warst! Ich trage Dich mit mir in meinem Herzen.
Cynthia

—snip—

Zur Erinnerung an Marshall hier ein kurzer Ausschnitt von ihm: