Auf zur Jagd: Teefieber

IMG_6168Jetzt ist Sommer!

Aber es kommen ja auch wieder andere Zeiten. Zeiten, in denen wir uns etwas Wärmendes wünschen. Und wenn es uns gleichzeitig ein Stück Sommer zurückbringt … umso besser.

Darum fange ich jetzt an, so nebenher auf Spaziergängen Teezutaten zu sammeln. Bewährt haben sich bisher:

  • Echte Kamille: Ihr erkennt sie an dem typischen Geruch und dem hohlen Köpfchen, wenn Ihr mal eine aufpiddelt.
  • Holunderblüten
  • Minzen (gleich welcher Art)
  • Zitronenmelisse
  • Kornblumen (die zwar keinen großen Eigengeschmack mitbringen, aber aufgegossen einfach wunderschön aussehen … und das Auge trinkt ja schließlich auch mit)
  • Lindenblüten

Ringelblumen sind im Tee bestimmt auch nett anzuschauen … aber ich mag den Geschmack leider nicht so sehr.

Kamille, Holunderblüten, Minze, Zitronenmelisse, Lindenblüten und Kornblumen (hier nehme ich nur die abgezupften Blütenblätter) trockne ich Lage für Lage im Backofen bei 50 Grad. Damit die Feuchtigkeit gut abziehen kann, die Ofentür einen Spalt offen lassen, evtl. einen Kochlöffel dazwischen klemmen. Am besten bleibt Ihr in der Nähe und schaut immer mal nach dem rechten. Sie sollen ja trocken aber nicht braun werden. Ich mache zwischendurch immer mal die Bröselprobe und zerreibe ein paar Blätter zwischen den Fingerspitzen. Wenn sie sich leicht zerreiben lassen, sind sie fertig.

Ich bewahre die einzelnen Zutaten in getrennten Gläsern auf und stelle mir immer eine Mischung nach Gusto zusammen. Manchmal hab ich z.B. einfach keinen Bock auf Kamille, weil sie mir zu gesund schmeckt. Dann lass ich sie eben weg. Oder ich koche den Tee nicht in einer Glaskanne (in die ich die Blüten, der Optik wegen immer lose einstreue und dann über der Tasse erst abseihe), dann müssen auch keine Kornblumen rein, weil ich die ja eh nicht sehe.

Viel Spaß bei der Jagd!

Advertisements

Erdbeer-Limette-Ingwer … zum Dahinschmelzen

P1080459Himmel, ist das HEISS!

Da muss man ja verrückt sein, um an solchen Tagen auch noch freiwillig am Herd zu stehen und sich zusätzlicher Hitze auszusetzen… Und noch verrückter, vor der Kocherei noch eine halbe Stunde klebriges Zeug zu schnibbeln.

Also … wer mich kennt, der weiß es: ‚verrückt‘ … geht bei mir eigentlich immer 🙂

Darum heute also ein Rezept für eine gar köstliche Erdbeer-Limette-Ingwer-Marmelade. Die habe ich vor einiger Zeit erfinden müssen, weil der Duft von Erdbeeren einfach zu köstlich ist, um ihn nicht das ganze Jahr zur Verfügung haben zu wollen. Die kommerziell hergestellten Produkte sind mir (wie fast immer) zu babbisch süß und zu wenig fruchtig. Das habt Ihr nun davon:

Man nehme:

750g Erdbeeren
3 Limetten
1 daumendickes Stück frischen Ingwer
250g Gelierzucker 3:1 (oder entsprechend Zucker/Rohrohrzucker + Gelierhilfe/Pektin)

Zubereitung:

Die Erdbeeren verlesen, waschen und von den grünen Strünken befreien. In Viertel schneiden.

Die Limetten auspressen und den Saft zu den Erdbeeren geben.

Das Ganze zusammen mit dem Pürierstab bearbeiten oder im Mixer vermusen.

Den Ingwer reiben und dazugeben. Ebenfalls den Zucker dazu. Aufkochen … nach ca. 4 Minuten Gelierprobe machen. Abfüllen. Fertich.

Nee … noch nicht ganz! Da fast immer ein kleiner Rest übrig bleibt, der kein Glas mehr füllen will:  Schnell das Vanilleeis aus dem Tiefkühler holen und mit der heißen Marmelade überziehen. Ein paar Schokostreusel drauf … Belohnung sofort genießen!

Guten Appetit!

Sommerduft in Gläsern

Bilder-bis-30.4.2010 224Schnell raus … bevor die Zeit wieder rum ist!

Der Holunder blüht und es ist jetzt genau die richtige Zeit, um ihn zu ernten und daraus wunderbar duftende Sachen zu machen, die uns in der kälterne Jahreszeit an die wohlige Wärme erinnern. Heute ist mal Holunderblütengelee dran:

Man nehme:

Holunderblüten (am besten morgens sammeln)
Zucker (evtl. fertigen Gelierzucker)
Gelierhilfe
Blutorangensaft (frischgepresst aus der Kühlung)

Alternativ zum Blutorangensaft geht auch Apfelsaft oder Orangensaft. Ein jedes hat so seinen Reiz und ich werde vermutlich auch in diesem Jahr wieder alle Varianten kochen. Für die kommende warme Zeit schmeckt mir die Variante mit Blutorange am besten, weil sie etwas leicht Kühlendes mitbringt, dass einem schon morgens einen Erfrischungskick gibt. Das ist auch die Variante, die für Menschen, die leichte Bitternoten lieben, besonders gut passt.

Die Zubereitung ist total simpel: Die Blüten von kleinen Tierchen befreien. Evtl. vorsichtig ausschütteln, jedoch auf gar keinen Fall waschen, weil die Aromi sonst flöten gehen. Von der Menge her sammelt man eine gute Rührschüssel voll Dolden. Bei der Zubereitung schrumpft das Volumen dann ganz schön zusammen. Denn … nach der Säuberung werden die Blüten zumindest bis zur zweiten Verzweigung von ihren Stielen abgeschnitten. Dann bleiben nur noch die kleinen Dolden übrig. Das sollten dann so viel sein, dass Ihr sie gut mit einem Liter Saft bedecken könnt.

Nun ruhen die Dolden über Nacht und geben ihren Duft und Geschmack an den Saft ab.

Am nächsten Tag den Saft durch ein Tuch abseihen. Siebe bewähren sich dabei nicht so, weil sonst doch noch immer Schwebteile (auch mal tierischen Ursprungs) im Saft zurück bleiben.

Den Saft nun mit dem Zucker/Gelierzucker und ggf. der Gelierhilfe zusammen aufkochen. Gelierprobe machen. Gläser abfüllen. Fertich.

Natürlich kann man Holunderblütengelee auch ganz ohne Saftbasis mit Wasser und ein wenig Zitronensaft zubereiten. Finde ich persönlich jetzt aber weniger spannend. – In meinen Marmeladen- und Geleerezepten geb ich übrigens bewusst niemals an, welches Mischverhältnis Zucker und Frucht haben. Ich liebe es gern fruchtig und die Säure der Früchte auch noch zu schmecken. Darum ist es für mich stimmig, immer die 3:1-Variante zu wählen. Wer marmeladenmäßig sonst nur das Industriegedöns gewöhnt ist, wird das aber vielleicht nicht so lecker finden, weil die ja meist 1:1 gekocht werden (ich finde ja, sie schmecken immer nur nach Zuckerpampe mit einem Anflug von Fruchtaroma). Vielleicht tastet Ihr Euch dann langsam an den Fruchtgeschmack heran, indem Ihr erst einmal 2:1 verwendet.

Guten Appetit und einen schönen Sommersonntag!