Neues von Gott

Tu nicht das, wozu du dich verpflichtet fühlst, sondern das, wozu du Gelegenheit hast.
GmG 1, Seite 222

Na prima … der hat ja wieder gut reden ^^

*lach*

Ich finde diesen Lebenshilfe-Tipp aus GmG wunderbar und ziemlich anspruchsvoll. Er setzt mehrere Dinge voraus, die nicht unbedingt mit unserem erzieherischen Grundmodell folgen: Inspiration, Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Autonomie, Entscheidungswilligkeit, Selbst-Bewusstsein (das sind so die Dinge, die mir spontan einfallen … vielleicht ist da aber auch individuell noch mehr).

Es ist ziemlich einfach, Pflichten zu erfüllen. Die sind meist bekannt und u. U. sogar irgendwo geregelt und fixiert. Wir haben gelernt, dass es sinnvoll ist, seinen Pflichten nachzukommen. Durch Pflichterfüllung leisten wir einen Beitrag zu gelingender Gemeinschaft. Und: Wo kämen wir denn hin, wenn jeder machte, was er wollte? – Pflichterfüllung ist also nützlich … macht aber meist keinen Spaß.

Pflichterfüllung macht meist keinen Spaß, weil …

  • sie nicht auf unserem eigenen Mist gewachsen ist
  • uns häufig in unseren individuellen Bedürfnissen einschränkt
  • getan werden muss
  • man am Ende bestenfalls Lob aber selten echte Dankbarkeit erntet
  • sie nicht freiwillig ist
  • die Dinge, die man in ihrem Namen erledigen muss, meist langweilig und oft eintönig sind
  • sie einem die Zeit stiehlt, die man lieber mit anderen Dingen verbringen würde
  • man denkt, dass man von anderen dazu gezwungen würde
  • man befürchten muss, bei Nichterfüllung Sanktionen ausgesetzt zu sein

Ist für mich komplett einzusehen, warum Pflichten sich eher nicht so angenehm anfühlen 🙂

Ich fühle mich also erst einmal erleichtert, wenn mir jemand sagt: „Pflichten? Vergiss sie. Haken dran. Braucht kein Mensch. Lassen wir in Zukunft unerledigt.“

Wird vermutlich bei einigen Dingen nicht so gut funktionieren. Da war ja noch die Nummer mit den drohenden Sanktionen (ich denk da grad mal an meine Steuererklärung, die dringend gemacht werden müsste). O.k. Natürlich kann ich es lassen, werde dann aber einen Preis dafür zahlen müssen. Jetzt kann ich mir überlegen, ob ich dazu bereit bin.

Aaaaaber … ich schweife ab … *zurückruder*

Worum es in dem Satz aus GmG eigentlich für mich geht ist nicht, die Dinge zu lassen, sondern sie anders zu tun. Mit einer anderen Grundhaltung:

Ich tue es, nicht weil ich muss oder irgendjemand es von mir erwartet, sondern weil ich es KANN. Raus aus der Opferhaltung, rein in die Wirksamkeit. Wenn ich nicht will, lass ich es eben sein … und übernehme dafür dann die Verantwortung. Auch hier bin ich wirksam.

Ich handele, weil ich die Gelegenheit dazu habe. Das bedeutet, die Gelegenheiten erst einmal wahrzunehmen … sie zuzulassen als Momente, in denen Dinge geschehen können. Vielleicht sogar Gelegenheiten  zu schaffen, um die eigene Wirksamkeit erfahrbar zu machen. Wirklich Gestalterin meines Lebens zu sein. Super fühlt sich das an!

Nur für heute … will ich achtsam nach Gelegenheiten Ausschau halten, in denen ich meine Wirksamkeit erfahren kann. Ich will sie mit Freude ergreifen und mein Bestes geben. Und das Gelungene will ich dann feiern. Wenn ich scheitere will ich lachen … oder weinen … und weitergehen.

Nur zur Übung.

Vielleicht werde ich es morgen dann schon im Ernst so leben 😉

—snip—

Ich wünsche allerseits ein lebendiges Wochenende!

 

 

Gott nu wieder ^^

 

Du kannst diese gegenwärtigen Bedingungen und Umstände als das definieren, was sie in Wirklichkeit sind: vorläufig und vorübergehend.
GmG 1, Seite 180

Ob nun von Gott oder nicht … auf jeden Fall finde ich diese Sichtweise sehr erleichternd.

Nichts ist für immer. Ich kann vieles ändern in meinem Leben, wenn es mir nicht gefällt. Nicht wenig kann ich zumindest positiv beeinflussen. Einiges erscheint mir so, als hätte ich keine Macht darüber und müsste es bis ans Ende meiner Tage ertragen. Aber nur sehr wenig von Letztgenanntem ist am nächsten Tag noch so groß, wie es mir zunächst erschien. Manche unangenehmen Dinge verschwinden einfach, wenn ich abwarte.

Panta rhei.

Heute schon mit Gott gesprochen?

Seit einiger Zeit bekomme ich jeden Morgen ein mal mehr, mal weniger inspirierendes Zitat aus ‚Gespräche mit Gott‘ in mein Postfach gelegt. Manchmal macht es mich nachdenklich, manchmal bringt es mich zum Lachen, manchmal scheint das Zitat nichts mit mir zu tun zu haben, dann wieder erscheinen mir die Aussagen selbstverständlich.

Dieses ist eins von Letzteren:

Wenn du glaubst, daß Gott ein allmächtiges Wesen ist, das alle Gebete hört und zu einigen „ja“, zu anderen „nein“ und zum Rest „vielleicht, aber nicht jetzt“ sagt, dann irrst du dich. An welche Faustregel würde sich Gott denn bei seiner Entscheidung halten?
GmG 1, Seite 34

Ich fand es schon als Kind nicht einsehbar, wie Gott, wenn es ihn denn gibt, unterscheiden soll, welche Gebete er bearbeitet und welche nicht. Auch das Rabattmarkensystem (Verdiene Dir die Gnade Gottes, indem Du immer brav bist.) erschien mir schon früh absurd. Entweder HAT Gott alle Menschen lieb … oder nicht. Differenzierungen wären einem allmächtigen Gott unwürdig. Was wäre das denn für einer, der nicht alle Wesen seiner Schöpfung gleichermaßen liebte? Jedenfalls keiner, dem man allzu viel Aufmerksamkeit zollen sollte.

… fand ich als Kind

… finde ich immer noch.

Falls Ihr auch Lust auf die tägliche Post von Gott durch N. D. Walsh haben solltet: hier bekommt man sie.

Viel Spaß beim Lesen, Nach- und selber Denken!